Bundespräsident Heinemann hat seine zehntägige Südamerikareise beendet. Am Sonntag vergangener Woche war er in Begleitung von Außenminister Scheel nach der Antilleninsel Barbados abgeflogen, um den drei Staaten Venezuela, Kolumbien und Ekuador offizielle Besuche abzustatten. Die Reise in die drei Länder, wo Heinemann freundlich aufgenommen wurde, sollte dem Ausbau der bestehenden guten Beziehungen dienen. Scheel machte außerdem zwei Abstecher nach Bolivien und Peru.

Für Aufsehen sorgten kolumbianische Untergrundkämpfer. Sie nahmen Donnerstag letzter Woche drei deutsche Entwicklungshelfer und einen Bundeswehr-, Major fest, die sich auf dem Weg nach Bogotá befanden, um an einem Empfang des Bundespräsidenten teilzunehmen. 32 Stunden später trafen die Entführer zufällig auf eine Militärpatrouille. Bei dem Schußwechsel wurden zwei Deutsche verletzt.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich letzten Sonntag in der bolivianischen Hauptstadt La Paz. Als Scheel einen Kranz am Denkmal Simon Bolivars, des südamerikanischen Freiheitskämpfers, niederlegte, stürzte sich ein 69jähriger Auslandsdeutscher mit dem Ruf „Verrat an Deutschland“ auf den Außenminister. Er wollte damit gegen die deutsche Ostpolitik demonstrieren.