Und droht und droht und droht... So etwa könnte man die Politik des libyschen Ministerpräsidenten Ghadhafi gegenüber den westlichen Ölgesellschaften umschreiben.

Die Konzerne haben sich bisher standhaft geweigert, die nicht gerade bescheidenen Preisforderungen der libyschen Öl-Revolutionäre zu erfüllen. Mit dem Hinweis, das Ölembargo könne „jeden Augenblick“ wirksam werden, wies Ghadhafi jetzt erneut jeden Kompromiß zurück.

Daß er dennoch so lange gezögert hat, seine Drohungen wahrzumachen und den Lieferboykott zu verkünden, zeigt, daß sich die Libyer nicht mehr so stark fühlen wie noch vor einigen Monaten. Die Standhaftigkeit der Ölgesellschaften könnte sich also auszahlen. Jetzt kommt es vor allem darauf an, daß sie Ghadhafi die Möglichkeit geben, das Gesicht zu wahren. Junge Revolutionäre müssen die Kunst des Kompromisses erst noch üben. mj