Im Zuge der Abgrenzung nach links hat der SPD-Parteivorstand das Tischtuch zwischen sich und dem Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB) halb zerschnitten. Die SPD-Führung beschloß: „Für eine Zusammenarbeit mit dem Bundeszentralrat des SHB sind gegenwärtig die Voraussetzungen nicht gegeben“, stellte aber zugleich fest, die SPD werde auch weiterhin „sozialdemokratisch gesinnte Studenten und Studentengruppen in ihren hochschulpolitischen Bestrebungen unterstützen“.

Die Trennung wurde vollzogen, weil der SHB immer wieder Aktionsgemeinschaften mit der kommunistischen Hochschulgruppe „Spartakus“ eingegangen ist und entgegen den Beschlüssen der SPD-Parteiführung diese Politik erklärtermaßen auch fortsetzen will. Das Angebot, einzelne Gruppen weiter zu unterstützen, wurde gemacht, weil der SHB ein buntscheckiger Verein ist und einzelne Gruppen sich innerhalb der SPD-Toleranzmarge bewegen. Der SHB als Gesamtorganisation wird also vorläufig kein Geld mehr von der Partei erhalten, einzelne Gruppen hingegen können weiter alimentiert werden.

Die Hoffnung freilich, daß der SHB im Lauf der Zeit seine Extremposition aufgibt – sie drückt sich in dem Wort „vorläufig“ aus –, wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. Die SPD tut sich notorisch schwer mit ihren Hochschulverbänden: Sie hat sich vor elf Jahren vom SDS getrennt und distanziert sich nun vom SHB, der – wie einst der SDS – als parteitreue Gruppe begonnen hat. Es wird vermutlich nicht die letzte Abgrenzung nach links bleiben. R. Z.