Max Ernst über Max Ernst: „Am 2. April 1891 in der Kleinstadt Brühl, nicht weit vom heiligen Köln, schlägt er die Augen auf. Eltern: Philipp Ernst, Taubstummenlehrer von Beruf, Maler von ganzem Herzen, strenger Vater, wohlgewachsen, streng katholisch, stets gut gelaunt. – Luise, geb. Kopp, hübsch, wohlgewachsen, helläugig, weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie das Schwarze Meer. Liebevoll, Sinn für Humor und Märchen. – Mäßiges Einkommen, viele Kinder, viele Sorgen, viele Pflichten.“

So beginnen die biographischen Notizen, ein Fragment, ein bis heute nicht eingelöstes Versprechen auf die selbsterzählte Vita.

Die große Max-Ernst-Jubiläumsschau ist in Deutschland schon gelaufen, ebenso „Das Innere Gesicht“ (die Sammlung de Menil), sie wird am 2. April in der Orangerie der Tuilerien eröffnet, vom französischen Kultusminister, in Paris heißt sie „A I’Interieur de la vue“.

Wir greifen, um an den 80. Geburtstag zu erinnern, auf ein Miniwerk des zu Feiernden zurück, die „Paramythen“, die zuerst 1949 in Beverly Hills erschienen sind, die Galerie Der Spiegel hat sie als Spiegelschrift 2. neu herausgebracht. Acht Gedichte und acht Collagen, die das oft feierlich beschworene Verhältnis des Künstlers zum Mythos ironisch interpretieren, in ihrem literarischen Part eine Reminiszenz an den unvergessenen Dadamax. G. S.