Die Wege der Bonner Rüstungseinkäufe sind ververschlungen und manchmal wunderlich. Helmut Schmidts Luftwaffe braucht neue Flugzeuge, denn die Starfighter-Geschwader sind durch Abstürze dezimiert und das Nachfolgemuster, das britisch-deutsch-italienische Mehrzweckkampfflugzeug Panavia 200, wird erst Ende der siebziger Jahre zur Verfügung stehen. Außerdem kann das Flugzeug nicht alle Aufgaben übernehmen. Also, ein Luftüberlegenheits-Jagdflugzeug muß her.

Schmidts Einkäufer gingen auf die Reise und fanden zwei Flugzeuge in den USA: McDonnalds Phantom, die schon Mitte der fünfziger Jahre in Konkurrenz zum Starfighter zur Debatte gestanden hatte, und Northrops Cobra P-530, die in zwei Jahren fliegen soll.

Gekauft wurden 200 Jäger des Typs „Phantom“, der vor knapp zwei Jahrzehnten abgelehnt wurde, von der allerdings inzwischen 75 Maschinen als Aufklärer erworben wurden. Das Verteidigungsministerium schlug damit eine Chance in den Wind, die Northrop anbot: Internationale – also auch deutsche – Beteiligung an der Entwicklung und der Produktion des Flugzeugs. Northrop bietet nicht nur das modernere Flugzeug an, es offeriert auch die wirtschaftlich interessantere Lösung. Doch ökonomisches Denken ist offenbar nicht die stärkste Seite des Militärs. hm