Jürgen Echternach, Hamburgs CDU-Fraktionschef und Bundesvorsitzender der Jungen Union, ist ausgezogen, sich politisches Profil zu verschaffen. Das bereitet ihm, wie man sieht, einige Mühe.

Seit Anfang des Jahres muß Echternach um seinen Posten an der Spitze der CDU-Jungschar bangen. Seine Wiederwahl ist umstritten. Einige Landesverbände werfen ihm, außer dem Hang zu Eigenmächtigkeiten, Links-Abweichlertum vor. Und daran trägt, so scheint es, der CDU-Mann schwer.

Also ging er nach Moskau und kehrte, nach einer Unterhaltung mit dem sowjetischen Deutschland-Experten Falin, gereift heim: Er zieh die Bonner Regierung plötzlich ostpolitischer Träumereien. Echternach – der neue Jungkonservative.

Danach schlug er sich ebenso forsch im NDR-Verwaltungsrat: Er tadelte den Intendanten Schröder und versuchte, einen Mißbilligungsantrag gegen ihn durchzupauken.

Ein merkwürdiges Bild fürwahr: der Weichmacher als Saubermann. Ob aus ihm gar noch, allen Profilneurosen zum Trotz, ein Supermann wird? D. St.