Werbung für Deutschland betreibt die Deutsche Lufthansa zur Zeit in Amerika. Mit einer großangelegten Kampagne sollen Kongreß-Manager dazu überredet werden, ihre nächste Großveranstaltung in Deutschland stattfinden zu lassen. „Why not in Germany?“ so fragt die Lufthansa, die zur Zeit auch noch über anderen ungelösten Fragen brütet. So weiß man in Köln bis heute noch nicht, was gerade die Deutsche Lufthansa zur erfolgreichsten Luftlinie der Welt gemacht hat. „Irgend was muß es gewesen sein.“

Vielleicht ist es die Werbung. Daß die Herren vom Rhein nicht gerade zimperlich in der Wahl ihrer Mittel sind, bewiesen sie mit einer Anzeige, die zur Zeit in Deutschlands Blättern für die Boeings mit dem Kranich wirbt. Darin werden all die, die es gewagt haben oder überhaupt wagen sollten, zu demonstrieren, unmißverständlich dazu aufgefordert, das Land zu verlassen. Die Lufthansa hilft mit ermäßigten Flugpreisen.

Sieht man beide Kampagnen – die in Deutschland für den ermäßigten Flug ins Ausland (Ostblock ausgeschlossen) und die in den USA für ein Deutschland als das ideale Land für Kongresse –, dann weiß man wenigstens, was die Lufthansa auch in Zukunft „zur erfolgreichsten Luftlinie“ machen soll: Studenten, Bartträger und überhaupt alle, die verdächtig sind, die Ruhe zu stören, sollen mit Rabatt über die Grenzen gebracht werden. Dem Kunden in USA kann man dann eine garantiert demonstrationssichere Kongreßstadt anbieten. Wenn das kein Rezept ist, wie man es allen recht machen kann! kde