Kohle als Ausgangsstoff zur Erzeugung von synthetischem Rohöl und Heizgas ist in den USA im Kommen. Der Mangel an natürlichem Erdgas und die wachsenden Schwierigkeiten, neue und ergiebige Erdöllagerstätten zu finden, haben unlängst sechs amerikanische Firmen bewogen, mehrere Millionen Dollar für die Erschließung neuer Kohlelager und den Bau von Forschungsanlagen auszugeben.

Consolidated Natural Gas Co., eine der grüßten amerikanischen Gasversorgungsfirmen, erwarb vor einiger Zeit die Optionsrechte für Kohlelagerstätten in Pennsylvania und West-Virginia. Die Reserven werden nach ersten Probebohrungen auf etwa 200 Millionen Tonnen geschätzt. Die Anlagen, die diese Kohle einmal in „synthetisches Pipelinegas“ umwandeln sollen, befinden sich freilich erst in einem vorläufigen Planungsstadium.

Um die Umwandlung von Kohle in flüssige Kohlenwasserstoffe geht es bei einem Forschungsprojekt, das die Washingtoner Dynaelectron Corporation im Auftrag von fünf der größten US-Ölkonzerne ausführt. Kosten für die nächsten beiden Jahre: zwei Millionen Dollar; vier Millionen wurden bereits investiert. Im wesentlichen handelt es sich um die Entwicklung eines Verfahrens, bei dem pulverisierte Kohle in Gegenwart eines Katalysators mit Wasserstoff chemisch derart reagieren soll, daß als Endprodukt synthetisches Rohöl oder schweres Industrieheizöl entsteht. Aus dem Rohöl können Benzin und andere herkömmliche Rohölprodukte gewonnen werden. E. A.