Helmut Schmidts Verteidigungsministerium wurde konkret: „Wir machen nicht mehr mit, wenn die Firmen für kleinkarierte Rahmen Gelder von uns haben wollen, Und der Minister forderte, nicht mehr bestimmte Zweige der Industrie zu sanieren, sondern der Bundeswehr bestmögliche Ausrüstung zu beschaffen.

Die Äußerungen kamen nicht von ungefähr. Die Firmen, die Bonn dabei im Auge hat, sind zwar alles andere als kleinkariert, doch was sie auf einem Sektor derzeit entwickeln, könnte sich allerdings als überaus kleinlich erweisen. Es geht um die Hubschrauber-Entwicklung der Firmengruppe Messerschmitt-Bölkow-Blohm. VFW-Fokker und Dornier. Im Verteidigungsministerium heißt es: „Es sieht so aus, als bastele jeder nach seiner Façon.“

Seit ein paar Wochen kursiert ein Rüstungspapier des Ministeriums, in dem es heißt: „Das Verteidigungsministerium hält die jetzige Zersplitterung der deutschen Hubschrauberentwicklungs-Kapazität für technisch und wirtschaftlich untauglich, der langfristigen Absicht zur europäischen Zusammenarbeit und damit zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu entsprechen.“

Bonn sieht sich überdies nicht in der Lage, die drei getrennt, aber auf gleichen Gebieten arbeitenden Firmengruppen unabhängig voneinander mit Steuermitteln auf der Höhe des technischen Standes zu halten, zumal „trotzdem jede Gruppe unfähig bliebe, eine große Aufgabe allein durchzuführen“.

Fazit der Schmidtschen Überlegungen: „Das Ministerium (wird) mit größtmöglicher Entschiedenheit darauf hinwirken, daß die drei deutschen Firmen zukünftig technisch integriert und nach einer abgestimmten Planung zusammenarbeiten.“

hff