Noch keine Antwort von Texaco

Zu unserer Meldung in der ZEIT Nr. 33 „Spekulation um Texaco“, die über ein Urteil berichtete, das die Deutsche Texaco AG verpflichtet, dem Kläger, Joachim Schliemann, darüber Auskunft zu geben, ob die Deutsche Texaco 1968 von ihrer Muttergesellschaft Rohöl zu Verrechnungspreisen bezogen hat, die über den Marktpreisen lagen, teilt uns Schliemann mit, daß er sich zur Zeit bemüht, von der Deutschen Texaco eine klare, in Übereinstimmung mit der Begründung des Gerichtsbeschlusses stehende Antwort zu erhalten. „Meine Frage“, so schreibt Schliemann, „steht im alleinigen Zusammenhang damit, daß die Deutsche Texaco bei einem konsolidierten Gesamtumsatz von 2,5 Milliarden und zusätzlichen Liquiditätserlösen in hohen Millionenzahlen einen Gewinn von lediglich 491 402 Mark ausgewiesen hat, der gerade ausreichte, um an die freien Aktionäre die mit mindestens 6 Prozent garantierte Dividende auszuschütten!“ Im übrigen legt Schliemann Wert auf die Feststellung, daß seine Frage und das Urteil in Zusammenhang mit seinem Bruder Erich Schliemann stehen, der auf „eigenen Wunsch und in freundschaftlichem Einvernehmen mit dem Ausdruck des Dankes für seine Verdienste aus dem Vorstand der Deutschen Texaco ausschied.“ Erich Schliemann ist heute Managing Director der Burmah Castrol Europe Ltd.

Wieder Minenskandal in Australien

In Australien wird die Börse durch einen neuen Minenskandal beunruhigt. Er zeigt, daß das Pflaster auf diesem Gebiet heiß geblieben ist. Diesmal geht es um Leopold Minerales, deren Kurs innerhalb von 8 Tagen an der Londoner Börse von 48 auf 440 anzog. Inzwischen ist die Notierung eingestellt worden. Die Hausse war ausgebrochen, als Meldungen über einen reichen Nickelfund bekannt wurden. Kurze Zeit später hieß es, die Erzproben aus der Leopold Bohrung seien verschwunden. Die Polizei untersucht die Vorgänge.

Steuerpläne ohne Wirkung

Die Pläne des Bundesfinanzministeriums, künftig auch jene Goldmünzen der Mehrwertsteuer zu unterwerfen, die offiziell als Zahlungsmittel gelten, haben die Preise der betroffenen Münzen bisher nicht berührt. Die Nachfrage nach „bedrohten Stücken“, wie z. B. dem englischen Sovereign oder den Golddollars, war nicht lebhafter als sonst. 20-Mark-Stücke wurden in der vergangenen Woche um 2 Mark zurückgenommen; einige Banken senkten die Ankaufspreise für diese Stücke noch stärker. Man kann davon ausgehen, daß sich der Markt auf dieser Basis wieder stabilisiert.

Spekulation in Kali-Chemie