Es ist der Irrtum der Linken, zu glauben, alles würde besser, wenn es anders wird. (Der Irrtum der Rechten ist, zu glauben, alles würde schlechter, wenn es anders wird.)

Sebastian Haffner in „konkret“

Arne Jacobsen

Kurz nach einem Besuch in Hamburg, wo das von ihm entworfene Gymnasium „Christianeum“ entsteht, starb vorige Woche, 69 Jahre alt, Arne Jacobsen. Der Däne, einer der bedeutendsten Architekten unserer Zeit, hat niemals verleugnet, was er ursprünglich gewesen ist: ein Designer. Daraus resultierte seine Lust, ein Gebäude wirklich von A bis Z zu gestalten, die Architektur und ihren gegenständlichen Inhalt bis zum passenden Besteck oder zur Anschlußbuchse für den Staubsauger. Was ihn dabei besonders auszeichnete, war, daß er sich grundsätzlich um Einzelheiten kümmerte: Das war nicht eine verschwommene „Liebe zum Detail“, sondern für ihn eine Pflicht. Eindrucksvoll war bei alledem sein ungewöhnlich ausgeprägter Sinn für das richtige Maß, für Proportionen. So ergab es sich fast als selbstverständlich, daß seine Gebäude und Anlagen – das Rathaus in Rodovre, die Munkegaardschule und das SAS-Hotel in Kopenhagen, das St. Catherine’s College in Oxford, das HEW-Gebäude in Hamburg – nicht nur beachtenswerte Zeugen aus der Spätzeit des Funktionalismus sind, sondern Beispiele strenger ästhetischer Vollendung. Aber auch wer keins dieser Häuser gesehen hat, kennt Jacobsen aus dem Einrichtungsgeschäft: seinen spinnenbeinigen Stuhl und seinen modern moderierten Ohrenbackensessel, genannt „Das Ei“.

Museologisches

Zum Abschluß des internationalen Symposiums„Museologie“, zu dem das Deutsche Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates (ICOM) und die deutsche Unesco-Kommission ins Deutsche Museum nach München geladen hatten, faßten die siebzig Museumsfachleute aus dem In- und Ausland, nachdem sie zuvor in Diskussionen und dreißig Referaten Gegenwart und Zukunft des Museumswesens zu klären gesucht hatten, eine Resolution, in der es unter anderem heißt: „Alle Museen bedürfen weitgehend pädagogischer Mitarbeiter, Einrichtungen und moderner Kommunikationsmittel, wie sie in anderen Kulturländern bereits selbstverständlich geworden sind ... Museumsspezifische Forschung ist unerläßlich, um optimale Methoden zu entwickeln. Hierfür wird gefordert, ein museologisches Forschungsinstitut zu errichten, das im internationalen Kontakt für den Gesamtbereich der Bundesrepublik Deutschland arbeitet. Erst so wird es möglich sein, das riesige, in den deutschen Museen ruhende Potential an Bildungs- und Forschungswerten für die Gesellschaft auf breiter Basis zu erschließen.“ So kann man’s auch sagen.