Preise klettern weiter

Deutsche Verbraucher müssen noch ein bißchen tiefer ins Portemonnaie langen. Der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte lag Mitte Februar um 0,8 Prozent höher als im Januar 1971 und um 4,3 Prozent höher als im Februar 1970. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen von Januar bis Februar die Preise für Nahrungsmittel um 1,2 Prozent und die Wohnungsmieten um 0,7 Prozent.

Kompromiß in Brüssel

Nach viertägigen Verhandlungen einigten sich die Agrarminister der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Brüssel auf eine Reihe von Preiserhöhungen. So wurden die Richtpreise für die Getreidesorten um ein bis drei Prozent angehoben. Auch die Interventionspreise wurden heraufgesetzt. Der Milch-Richtpreis stieg um sechs Prozent. Zugleich einigten sich die Agrarminister auf eine überwiegend national ausgerichtete Strukturpolitik.

Dirigistische Welle

Die schwedische Regierung hat sich dafür ausgesprochen, den im Oktober eingeführten Preisstopp bis zum 1. Oktober dieses Jahres fortzusetzen. Damit wird die Maßnahme, die dennoch Steigerungen der Lebenshaltungskostenzuließ, bis Abschluß der Tarifverhandlungen beibehalten. In Dänemark wird dagegen der Preisstopp von umfassenden Preisregulierungen abgelöst. Auch in den USA ist nun eine staatliche Preis- und Lohnkontrolle im Gespräch. Der Versuch, freiwillige Vereinbarungen über Löhne und Preise zu erreichen, war gescheitert.