Umkehr auf einem Irrweg: Bayern als Vorreiter für eine neue Agrarpolitik

Von Erich Geiersberger

Hoffnungslos, aber nicht ernst – so zumindest sieht der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hans Eisenmann, die Situation seiner Bauern. Am 1. Januar 1971 trat das neue „Gesetz zur Förderung der Bay. Landwirtschaft“ in Kraft, das allen Irrungen und Wirren der nachkriegsdeutschen Agrarpolitik abschwört und in seiner Zielsetzung beispielgebend für nichtsozialistische Industrienationen sein dürfte.

Zweck dieses Gesetzes ist es – laut Artikel 1, Absatz 1:

„a) die Stellung der Bayerischen Landwirtschaft in ihren Formen der Voll-, Zu- und Nebenerwerbsbetriebe in der Gesellschaft zu sichern,

b) zur Erhaltung des ländlichen Raumes als Kulturlandschaft beizutragen.“

In einer im Februar vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten herausgegebenen Broschüre „Der Bayerische Weg“ wird diese moderne Agrarpolitik unter dem Slogan „Jedem eine Chance“ der Öffentlichkeit erklärt. Im Vorwort dieser Broschüre schreibt Minister Eisenmann: