Auch in diesem Jahr können die Westberliner die DDR und Ostberlin zu Ostern nicht besuchen. Die DDR lehnte eine Passierscheinregelung ab, weil – wie es hieß – der Berliner Senat „offensichtlich unter Druck von außen ein ersprießliches Resultat der Verhandlungen verhindert“ habe.

Auf Grund eines Ostberliner Angebots waren die Unterhändler des Berliner Senats und des DDR-Außenministeriums dreimal zusammengekommen, um über Besuchsmöglichkeiten zu sprechen. Dabei bestand Ostberlin auf allgemeinen Abmachungen zwischen der DDR und dem Senat. Westberlin lehnte dagegen allgemeine Verhandlungen ab, die die Botschaftergespräche unterlaufen könnten. Nach Ostberliner Wunsch soll dennoch weiter über eine Besuchsregelung gesprochen werden.

Das Berlin-Problem stand auch im Vordergrund der andauernden innenpolitischen Kontroverse um die Ostpolitik der Regierung. Während die Koalitionsparteien die Deutschland-Passagen der Rede Breschnjews vor dem KPdSU-Parteitag positiv beurteilten, kritisierte die Opposition, vom „Geist der Entspannung“ aus dem Moskauer Vertrag sei nichts zu spüren gewesen.

Zum zehntenmal trafen die Staatssekretäre Bahr und Kohl in Ostberlin zusammen. Wie Bahr Mitte vergangener Woche nach seiner Rückkehr mitteilte, befinde man sich noch immer in einer „intensiven Erkundungsphase“, die sich auf Verkehrsfragen konzentrierten.