Der Erfolg, den sein Seminar über Bertolt Brecht erzielte, regte das Deutsche Institut von Madrid dazu an, zusammen mit der Real Escuela de Arte Dramático für drei Monate eine Untersuchung über das Theater zu veranstalten. Die Eröffnung der neuen Räume des Deutschen Instituts, die auch ein kleines Theater beherbergen, hat dazu beigetragen, die Arbeit seiner Theaterabteilung zu stärken. Unterstellt ist diese Abteilung im Auftrage des Direktors des Instituts, Plinke, dem spanischen Kritiker José Monleón, der schon eng mit dem Institut bei seinem Brecht-Seminar zusammengearbeitet hatte.

Der dreimonatige Kursus dieses Frühjahrs wird sich mit folgenden Themen befassen: „Roy Hart und die Sprache des Gegenwartstheaters“, „Der Expressionismus im Theater“, „Meyerhold und das europäische Theater“. Jedes Thema sieht eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen vor, außerdem praktische Übungen, Theatervorstellungen und Filmvorführungen, die eine besonders wichtige Rolle in dem Zyklus über den Expressionismus spielen werden. Deutsche Filme der zwanziger Jahre sollen dem bekannten spanischen Bühnenbildner Francisco Nieva als praktisch ausgewertete Studienobjekte dienen.

Für diese drei Monate haben sich zweihundert Personen einschreiben lassen. Unter den Immatrikulierten sind allein zweiundzwanzig Berufsschauspieler. Der englische Theatermann Roy Hart unterrichtete die spanischen Theaterleute in Sprachschulung und den Grundlagen des dramatischen Ausdrucks.

Ende März hat der Zyklus über den Expressionismus begonnen. Man rechnet damit, daß neben einigen spanischen Referenten – unter ihnen der bekannte Kunstkritiker Lafuente Ferrari und der Schriftsteller, Theaterkritiker und Direktor der Escuela Superior de Arte Dramatico Garcia Pavón – zwei deutsche Gäste Aufgaben übernehmen, Siegfried Melchinger und Urs Jenny, die über das expressionistische Theater Deutschlands referieren werden. Die Aufführungen eines Stückes von Brecht und eines von Martin Walser werden neben den Filmvorführungen den Kursus vervollständigen. D. Z.