Freundschaftlich, locker, sachlich und in voller Übereinstimmung seien die Gespräche zwischen dem englischen Premier und seinen deutschen Gastgebern verlaufen, berichtete der Bonner Regierungssprecher, und er machte sich dabei nicht einmal, diplomatischer Schönfärberei schuldig. Tatsächlich ist das deutsch-englische Verhältnis durch keinerlei unangenehme Streitfragen getrübt. Sei es in der Beurteilung der Berlin-Verhandlungen, sei es in der Frage des englischen Beitritts zur EWG – die Übereinstimmung ist durchaus echt.

Wie freilich der englische Beitritt zur EWG bewerkstelligt werden soll, darüber gibt es auch nach dem Besuch von Heath in Bonn nur Vermutungen und Hoffnungen. Die Hoffnungen gründen sich auf einen Brief Pompidous an Brandt, aus dem der Kanzler herauszulesen meinte, Frankreich sei in manchen Punkten gar nicht so. unflexibel, wie dies unterstellt würde. Jedenfalls macht auch dieser Vorgang deutlich: Das Problem des englischen Beitritts kann nicht zwischen London und Bonn gelöst werden, eine Einigung muß vielmehr zwischen Frankreich und den übrigen fünf gefunden werden, vielleicht auch in direkten Kontakten zwischen Paris und London. Bonn kann nicht viel mehr tun als seine guten Dienste anbieten.

Viel Zeit aber hat Heath nicht mehr. Je später und je teurer der englische Beitritt in die EWG wird, um so geringer werden auch Heaths Chancen, dafür eine Mehrheit im Unterhaus zu finden. Insofern ist die von Brandt und Heath bekräftigte Überzeugung, daß bis zum Sommer eine Entscheidung über den EWG-Beitritt Englands erreicht werden sollte, durchaus realistisch. Und auch der Satz, daß ein Scheitern der Verhandlungen verhängnisvoll wäre, ist – leider – gar nicht so wirklichkeitsfern. R. Z.