Der Beitritt Großbritanniens zur EWG stand im Mittelpunkt zweier Gespräche, die Bundeskanzler Willy Brandt nacheinander mit dem italienischen Regierungschef Emilio Colombo und dem britischen Premierminister Edward Heath führte. In beiden Gesprächen wurde Einigkeit darüber erzielt, daß alles getan werden müsse, London schon bald den Beitritt zur europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu ermöglichen.

Nach übereinstimmender Ansicht von Brandt und Heath muß in den Verhandlungen zwischen der EWG und Großbritannien noch bis zum Sommer ein Ergebnis erzielt werden. Ein Scheitern der kommenden Verhandlungen wurde von beiden Politikern als „verhängnisvoll“ bezeichnet. Außerdem waren sich Brandt und Heath darüber einig, daß am Ende der Bemühungen um Europa eines Tages eine europäische Regierung oder etwas Gleichwertiges entstehen müsse.

Der italienische Ministerpräsident Colombo und Brandt begrüßten in ihren Gespräch die Europa-Initiative des französischen Ministerpräsidenten Pompidou die die Schaffung eines europäischen Kabi netts beziehungsweise die Ernennung vor Europaministern vorsieht. Der Bundeskanzler hat angeregt, die ständigen Vertreter der Regierungen, bei den europäischen Gemeinschaften in den Rang vor Ministern zu erheben.

Ein weiteres Thema in den Gesprächer der Regierungschefs war das Berlin-Problem. Heath hatte vor seinem Besuch in Bonn Berlin besucht und dabei dem Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz versichert, die Westmächte würden die Berlin-Verhandlungen weiter mit Entschlossenheit und Geduld führen.

Der italienische Ministerpräsident bezeichnete bei der Erörterung der Chancen einer europäischen Sicherheitskonferenz das Problem einer Berlin-Lösung als einen Testfall. Hier zeige sich, ob genügend Verständigungsmöglichkeiten vorhanden seien.