Neu in Museen und Galerien:

Köln Bis zum 9. Mai, Baukunst: „Julio Gonzalez“

Die erste deutsche Gonzalez-Ausstellung liegt 14 Jahre zurück, Werner Schmalenbach hatte sie für die Kestner-Gesellschaft organisiert. Die Kölner Schau ist sogar noch umfangreicher, aber weniger konzentriert, es fehlen wichtige Werke, es fehlen vor allem die großen Förmate wie „Montserrat“, jene überlebensgroße Katalanierin, mit der dieser gewiß nicht primär politische Bildhauer auf den Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs reagierte. Wenn die Kleinplastik derart überwiegt, dann wird leider auch das Format des Bildhauers auf den Kunsthandwerker, den Eisenschmied reduziert. Man hat Mühe, zwischen belanglosen Arbeiten und den viel zu vielen frühen Bronzen, den sitzenden und liegenden Frauen und melancholischen Akten, die weich und impressionistisch in einem verspäteten Stadium die Tradition von Rodin wiederbeleben, den eigentlichen Gonzalez zu entdecken, den Mann, der Ende der zwanziger Jahre das Eisen als das seinen Vorstellungen angemessene Material adaptierte. Diese Eisenskulpturen sind gerade deshalb den Arbeiten der späteren Eisenbildhauer weit überlegen, weil Gonzalez das Material nicht in Verbindung mit der Technologie, mit der modernen Maschinenwelt verwendet, weil er in dem neuen Werkstoff die alten traditionellen Bildhauermotive realisiert, Figur und Porträt, Tänzerin und Giraffe, und diese Figuration durch das andere Material und die Technik des Schweißens zu absolut neuen, überraschenden Lösungen bringt. In Köln werden viele dieser in Eisen konzipierten Figuren als Bronzegüsse präsentiert. Über die Zulässigkeit dieser Methode und die Frage, ob Roberta Gonzalez durch die Nachgüsse die ursprünglichen Intentionen ihres Vaters verfälscht habe, darüber wurde lange und heftig diskutiert. Inzwischen hat man sich damit abgefunden, mit Recht, die Frage der Materialgerechtigkeit wird nicht mehr so wichtig genommen, jedenfalls haben die Bronzegüsse entscheidend zur Publizität des Werkes beigetragen.

Trier Bis zum 2. Mai, Städtisches Museum: „Christian Schad“

Höhepunkt der Retrospektive sind die großartigen Porträts aus den zwanziger Jahren wie „Der rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch, Max Herrmann-Neiße, Papst Pius XI., das Selbstporträt von 1927, Inkunabeln der „Neuen Sachlichkeit“. Daß Schad auch schon in der Züricher Dada-Gruppe eine wesentliche Rolle spielte, wird durch frühe Bilder und zahlreiche graphische Blätter belegt. Im Oktober 1915 gründete er mit Walter Serner die Dada-Zeitschrift „Sirius“, von der acht Nummern existieren. Gottfried Sello

Die wichtigsten deutschen Ausstellungen:

Berlin Bis zum 13. April, Neue Gesellschaft für bildende Künste (Orangerie Schloß Charlottenburg): „Constantin Meunier“