Auf der Genfer Abrüstungskonferenz haben sich die Sowjetunion und die anderen Ostblockstaaten Mitte voriger Woche bereit erklärt, einen Vertrag über ein Verbot biologischer Waffen auszuarbeiten. Sie verzichteten damit auf ihre bisher erhobene Forderung, gleichzeitig ein Verbot chemischer Waffen auszusprechen. Ihr Vertragsentwurf deckt sich weitgehend mit einem Text, den London schon vor 18 Monaten mit Billigung der westlichen Staaten eingebracht hatte.

Das sowjetische Einlenken kam nicht überraschend. Der Moskauer Delegierte Roschtschin begründete seinen Schritt mit dem Willen der Sowjetunion, die Konferenz aus der Sackgasse herauszuführen und einen Beweis ihres Willens zur politischen Entspannung zu geben.

Von westlicher Seite war bisher gegen die Koppelung eines B- und C-Waffenverbots vorgebracht worden, daß die Überwachung eines Produktionsverbotes chemischer Waffen sehr schwierig sei. Dagegen stünde die Forschung auf dem Gebiet der biologischen Waffen – darunter fallen Viren, Rickettsien, Bakterien und Pilze – erst in den Anfängen und könne leicht unterbunden werden.

Beide Entwürfe sehen bei einem Verstoß gegen das B-Waffen-Verbot eine Klage beim Generalsekretär der Vereinten Nationen und eine Untersuchung durch den Sicherheitsrat vor. Die billig zu produzierenden B-Waffen gehören heute zu den größten Bedrohungen, da es kaum eine Abwehrmöglichkeit gibt.