Mit Rückkoppelung kann man lernen, das autonome Nervensystem zu beeinflussen

Von Friedrich Abel

Lillian Petroni, Hausfrau in Phoenix (US-Bundesstaat Arizona), hat schon seit drei Jahren keine Migräne mehr. Die früher oft unerträglichen Schmerzen vermeidet sie jetzt durch bewußte Dosierung der Blutmenge, die sie über die Hauptschlagader in den Kopf gelangen läßt: Sie hat sich darauf trainiert, ihren Blutdruck nach Belieben zu regulieren.

Vor drei Jahren, als Mrs. Petroni unter der Anleitung von Psychologen diesen Trick erlernte, gab es in den USA erst eine Handvoll Psychologen, für die die These von der Willensunabhängigkeit des sogenannten autonomen Nervensystems zu wanken begonnen hatte. Für die übrigen galt noch immer die schon seit Plato bestehende Unterteilung des menschlichen Nervensystems in ein dem Willen unterworfenes – verantwortlich für Funktionen der Skelettmuskulatur wie etwa Sprechen, Laufen und Atmen – und ein vom Willen unbeeinflußt arbeitendes System, das zum Beispiel Herzschlag und Lebertätigkeit steuert.

Aus der Handvoll sind heute mehr als 150 amerikanische Wissenschaftler geworden, die sich vornehmlich mit der Steuerungsmöglichkeit bislang als unbeherrschbar geltender Körperfunktionen befassen.

Den Schlüssel zur Beeinflussung des „unwillkürlichen“ Nervensystems fanden Psychologen im sogenannten bio-feedback training („biologisches Rückkoppelungstraining“). Dabei wird eine Art elektronischer Lernmaschine eingesetzt, die Funktionsabläufe im Inneren des Körpers mittels Verstärkern in Licht- oder Tonsignale umwandelt oder auch durch das Schwanken einer Nadel entlang einer Skala anzeigt. Im Augenblick, da eine Person ihren Herzschlag an Hand eines Signales beobachten und ihre Gehirnströme über einen Lautsprecher hören kann – so erkannten die Wissenschaftler –, vermag sie diese ohne besondere Anstrengung auch zu beeinflussen.

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