Die Gespensterschlacht fand in der Welt statt. Die Zeitung meldete, die Koalition erwäge die Herabsetzung der Sperrklausel bei Bundestagswahlen von fünf auf drei Prozent, „um der FDP das Oberleben im Parlament zu erleichtern“. In einem von staatspolitischem Verantwortungsbewußtsein getragenen Kommentar wurde scharf vor solchen Manipulationen gewarnt und die SPD aufgefordert, diese Berichte schnell und öffentlich zu entkräften.

Fragt man in Bonn bei Politikern der Koalitionsparteien nach, wer derartige Absichten hege, weiß niemand einen solchen Pläneschmied zu nennen. Innenminister Genscher zum Beispiel, in dessen Ressort das Wahlrecht fällt und dem gewiß niemand nachsagen kann, er. höre nicht das Gras wachsen, hat auch nur aus der Zeitung davon erfahren. Er hält solche Pläne nicht nur aus staatspolitischen Gründen für gefährlich, sondern für die FDP auch für außerordentlich schädlich, denn sie wären geeignet, der Öffentlichkeit das Bild einer liberalen Partei zu vermitteln, die sich selbst schon halb aufgegeben hat.

Diesen Eindruck zu erzeugen liegt indes durchaus im Interesse der CDU. Und merkwürdig, einzige Quelle des We/f-Berichts sind denn auch CDU-Politiker. Cui bono? wird man da wohl fragen dürfen, wem nützt ein solches Gerücht? Auf diese Frage bekommt man im allgemeinen die richtige Antwort. R. Z.