Seit längerem gibt es Pläne, die Konsumgenossenschaften in Aktiengesellschaften umzuwandeln. Dadurch soll ihnen der Kapitalmarkt geöffnet und die Betriebe. betriebswirtschaftlich besser geführt werden. Die großen Genossenschaften, insbesondere die Hamburger „Produktion“, stehen diesem Vorhaben reserviert gegenüber. Sie meinen, auch in der bisherigen Form konkurrenzfähig bleiben zu können.

Offenbar sind die AG-Pläne zu den Akten gelegt, worden. Warum?

Über die Umwandlung von Konsumgenossenschaften zu, Aktiengesellschaften Um Sinne konkreter Planungen ist von den Organen des Bundes deutscher Konsumgenossenschaften nie gesprochen worden. Vielmehr hatten wir den Auftrag, generell Vorschläge über eine weitere Reform der Unternehmensgruppe co op vorzulegen. Zu den Untersuchungsfeldern gehört auch zu prüfen, ob eine Umgründung von Genossenschaften in Aktiengesellschaften ein Teil dieser Reform sein könnte. In diesem Punkt sind wir zu einem eindeutig negativen Ergebnis gekommen.

Alle unsere Überlegungen standen unter der Prämisse, daß der konsumgenossenschaftliche Charakter der co-op-Gruppe gewahrt bleiben muß. Wir meinen, daß mit einer Umwandlung in Aktiengesellschaften die Identität von Eigentümern und Käufern nachhaltig und endgültig zerstört wird.

Dennoch hat vor kurzem die sechstgrößte deutsche Konsumgenossenschaft Asko Saarpfalz für sich den Beschluß gefaßt, eine AG zu werden. Wird das die Politik des Bundes deutscher Konsumgenossenschaften beeinflussen?

Auf unserer Vorschlagsliste, die wir den Gesellschaftern am 19. April auf unserem Sonderkongreß in Oberhausen vorgelegt haben, steht dieser Punkt nicht. Und zwar aus den Überlegungen, die ich Ihnen vorhin genannt habe. Asko Saarpfalz hat eine Entscheidung nur für’sich selbst getroffen.

In den letzten Tagen sind Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, wonach an Stelle regionaler AG die Gründung einer zentralen co-op-AG geplant ist. Welchem Ziel dient diese Holding, und wer soll an ihr beteiligt werden?