Nach der Freigabe der Wechselkurse in der Bundesrepublik stiegen in Paris die Hoffnugen auf eine Stärkung der französischen Außenhandelsposition. Der schon seit Wochen vorhandene Konjunkturoptimismus begann heller zu strahlen. Französische Aktien galten als besonders „zukunftsträchtig“. Ob das nach der Diskonterhöhung von 6 1/2 auf 6 3/4 Prozent so bleiben wird, muß abgewartet werden. Dieser Schritt zeigt nämlich, daß die französische Regierung keinen Aufschwung um jeden Preis will, sondern außerdem noch Stabilitätspolitik betreibt. Insgesamt hat die Pariser Börse den Berichtszeitraum mit einem Plus abgeschnitten.

Der Zinsanstieg in den USA ist der Grund für die uneinheitliche Verfassung der US-Börse. Allzu hoch gespannte Konjunkturerwartungen sind in den letzten Wochen korrigiert worden. Deshalb ist man in der Beurteilung der Zukunftsentwicklung der US-Aktien vorsichtiger geworden.

An der Londoner Börse blieb die Tendenz bei lebhaften Schwankungen aufwärts gerichtet. Ausschlaggebend für die Stimmungsbesserung war die Freigabe der Wechselkurse in der Bundesrepublik, von der man sich auf längere Sicht eine Verbesserung der eigenen Außenhandelsposition verspricht. Man rechnet mit einer Diskontsenkung, da die binnenwirtschaftliche Situation zusätzlicher Investitionsanreize bedarf. Ein solcher Schritt wird kommen, sobald feststeht, daß England nicht von Dollar – aus der Bundesrepublik kommend – überschwemmt wird. Und dafür gibt es zur Zeit keinerlei Anzeichen.

In Japan ist der Kursanstieg teilweise gebremst worden. Zu einem Kurseinbruch kam es am 10. Mai im Zusammenhang mit der internationalen Währungsunruhe. Inzwischen gilt es als sicher, daß der Yen nicht aufgewertet wird. Deshalb sollte es nicht überraschen, wenn an der Tokioter Börse die allgemeine Kursaufwärtsbewegung demnächst wieder in Gang gerät. Die wirtschaftlichen Perspektiven berechtigen zu einigem Optimismus.

An der Amsterdamer Börse wirkte sich die Währungskrise, die auch in Holland zu einer Freigabe der Wechselkurse führte, in entsprechenden Kursrückgängen aus. Das machte sich in den „internationalen“ Papieren der Amsterdamer Börse allerdings kaum bemerkbar. KLM profitierten sogar sichtbar von der internationalen Hausse für Luftverkehrsunternehmen.

Die Schweizer Börse stand im Zeichen der siebenprozentigen Aufwertung des Schweizer Franken. Wie nicht anders zu erwarten war, erlitten die Aktien dort empfindliche Rückschläge. Auf Basis der niedrigen Kurse belebte sich das Anlegerinteresse. Dadurch wurde ein Teil der anfangs eingetretenen Verluste wieder ausgeglichen. K. W.