Direktflug von Berlin an die bulgarischen Schwarzmeer-Strände hatte das Reiseunternehmen „Berliner Flugring“ seinen Kunden versprochen. Doch zwei Tage vor dem ersten Abflug an den Schwarzmeer-Airport Varna machten die Bulgaren einen Rückzieher. Die Luftfahrtbehörden in Bulgarien zogen kurzfristig die zugesagten Landerechte zurück.

Auf die Berliner Touristen wollte Sofia jedoch nicht verzichten. Dem Reiseveranstalter wurden als Alternative Direktflugmöglichkeiten vom Ostberliner Flughafen Schönefeld geboten. Die Berliner hätten dann freilich nicht mit den Coronado-Jets des amerikanischen Charterflugunternehmens Modern Air reisen können. Die Bulgaren wollten statt dessen volkseigene Maschinen der staatlichen Bulair bereitstellen.

Um den Berlinern den Maschinenwechsel dennoch schmackhaft zu machen, lockten die Bulgaren mit erheblichen Preiszugeständnissen. Doch der „Flugring“ blieb hart. Entweder Flug mit Modern Air oder überhaupt keine Touristen.

Das schien den bulgarischen Gastfreunden dann doch zu hart. Man bangte um den Ruf als Ferienland und lenkte noch rechtzeitig ein: Zwar wird auch künftig der Direktflug von Berlin nach Varna mit Rücksicht auf die Ostberliner Genossen nicht möglich sein. Statt dessen soll Modem Air mit Zwischenlandung in Nürnberg nach Varna fliegen. Das gilt als Flug aus Westdeutschland. Die Geste an die DDR-Genossen ließen sich die Bulgaren einiges kosten: 100 000 Mark zahlen sie der Modern Air für zusätzliche Ausgaben durch die Zwischenlandung. kde