Der Preisindex der Lebenshaltung, populäres Barometer für Wert oder Unwert der Mark, liefert seit einigen Monaten Stoff für heiße Diskussionen. Seitdem der Preis-Anzeiger auch bei uns um vier bis fünf Punkte im Jahr steigt, wurde Sturmwarnung gegeben. Die Inflation nagt nun auch bedrohlich an der Mark, die lange Zeit gegen inflationäre Anfälle gefeit schien.

Um zuverlässige Aussagte über die Preisbewegung machen zu können, prüfen die Statistiker regelmäßig, was eine Reihe typischer Güter kostet. Sie nennen das den Warenkorb für eine durchschnittliche Familie. Es versteht sich von selbst, daß die Hausfrauen mit der Zeit ihren Geschmack und ihre Verbrauchsgewohnheiten ändern. Der Warenkorb muß also an den veränderten Konsum angepaßt werden.

Daß gerade in einer Periode unkontrolliert steigender Preise die Zusammensetzung des Warenkorbs geändert werden soll, macht jedoch stutzig. Was Staatssekretär Philipp Rosenthal vor dem Bundestag ankündigte, legt einen Verdacht nahe: Güter, deren Preise überdurchschnittlich stark steigen, könnten durch solche ersetzt werden, die nicht teurer zu werden versprechen. In der Tat entspricht die Entwicklung der Konsumgewohnheiten einem solchen Trend. Doch die Regierung und die Statistiker wären schlecht beraten, solche Anpassungen gerade jetzt vorzunehmen. Denn eines muß sie um jeden Preis vermeiden: den Verdacht, daß mit Hilfe der amtlichen Statistik Politik gemacht wird. Das haben die, Wissenschaftler in den statistischen Ämtern nicht verdient. smi