Unruhe verbreitete sich im Saal, als der Präsident der Landeszentralbank Hamburg, Friedrich Wilhelm von Schelling, auf der Jahrestagung des Verbandes Privater Hypothekenbänken zum Thema „Realkredit-Reform“ Stellung nahm. Seit Monaten hatte der Verband die Öffentlichkeit mit seiner Kritik an dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf vertraut gemacht und dabei in vielen Punkten auch Verständnis für seine Argumente gefunden. Den Worten von Schellings war nun zu entnehmen, daß man eine Instanz zu überzeugen vergessen hatte: die Bundesbank.

Vielleicht war man von der Qualität des eigenen Standpunktes so überzeugt, daß die Zustimmung der Bundesbank von vornherein als selbsterständlich vorausgesetzt wurde, weil man es hier ja mit „Fachleuten“ zu tun hat. Von Schelling zerstörte diese Illusion. Er beklagte sich darüber, daß die Bundesbank bisher in bezug auf das Hypothekengeschäft nicht die volle Klarheit erlangen könne. Die Pfandbriefinstitute sollten ihre Geschäfte auch gegenüber den Behörden durchsichtiger machen, forderte er.

War diese Standpauke berechtigt? Der neue Verbandsvorsitzende, Ernst Lodermeier, konterte: Nicht an Informationen fehle es der Bundesbank, vielmehr wisse man in der Taunusanlage offenbar nicht, die Fülle der gelieferten Daten richtig auszuwerten. Wenn das der Fall ist, so empfiehlt es sich wohl für den Verband, den Bundesbank-Leuten eine entsprechende Hilfestellung zu geben. kw