"Völlige Übereinstimmung" demonstrierten zum Abschluß des 14. Parteitags der tschechoslowakischen KP (von links) Gustav Husák, der nach seiner einstimmigen Wiederwahl nun den Titel "Generalsekretär der Partei" trägt, der sowjetische Parteichef Leonid Breschnjew und Präsident Ludvik Svoboda. Der fünftägige Kongreß, der am Samstag endete, bekräftigte den Kurs Husáks. In der Schlußresolution wurde festgestellt, daß die "ernste Krise in Partei und Gesellschaft" dank sowjetisch-brüderlicher Hilfe im Jahre 1968 überwunden sei, der "Kampf gegen die Hauptgefahr des Rechtsopportunismus und Revisionismus" aber unvermindert andauern müsse. Husáks Rechenschaftsbericht, im Ton gemäßigt, setzte weder in der Beurteilung der vergangenen zweieinhalb Jahre noch in den wirtschaftlichen Fragen wesentlich neue Akzente.

Von den 134 Angehörigen des Zentralkomitees schieden 74 aus, zumeist Anhänger Dubčeks und seines Vorgängers Novotny. 55 neue Mitglieder wurden aufgenommen, die Stärke des ZK auf 115 begrenzt. Aus dem alten Parteipräsidium wurde nur Evzen Erban, ein Dubček-Anhänger, entfernt; an seine Stelle trat der härtere, prosowjetische Karel Hoffmann, der im August 1968 die Invasion durch Abschalten des Rundfunks zu unterstützen versuchte.

Insgesamt brachte der Parteitag eine Stärkung des orthodoxen Flügels. Außerdemwurde die in Ansätzen föderative Parteistruktur zugunsten einer straffen, "bolschewistischen" Partei-Lenkung in Frage gestellt. Über die seit längerem schwebende Parteimitgliedschaft Novotnys wurde nicht wie erwartet entschieden. Die Zeit zwischen den Parteitagen wurde von vier auf fünf Jahre vergrößert.

Gegen die Interpretation der August-Invasion 1968 als brüderliche Hilfsaktion sprach sich Ungarns KP-Chef Kadar in Prag aus. 1968 habe, wie er sagte, keine innere Bedrohung vorgelegen. Nur "ausländische Imperialisten" hätten damals eine Gefahr dargestellt. Der italienischen KP wurde das Verlesen einer ähnlichen Verurteilung der sowjetischen Intervention auf dem Parteitag untersagt.