Den "politischen und sachlichen" Zusammenhang zwischen einer Berlin-Regelung und der Ratifizierung der Verträge mit Moskau und Warschau hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche noch einmal betont. Regierungssprecher Ahlers wies am Donnerstag vor der Presse außerdem auf einen "sachlichen Zusammenhang" zwischen einer Berlin-Regelung und der Einberufung einer europäischen Sicherheitskonferenz sowie einer Konferenz über die Reduzierung der Truppen in Europa hin.

Ahlers ergänzte damit Äußerungen von Bundeskanzler Brandt vor der Konferenz der nuklearen Planungsgruppe der Nato in Mittenwald und vor den Delegierten der Sozialistischen Internationale in Helsinki. Brandt hatte in Helsinki im Hinblick auf die Erörterung einer Sicherheitskonferenz davor gewarnt, das Berlin-Problem auf die lange Bank zu schieben.

Der Kanzler sagte: "Wir sind offen nicht nur für bilaterale, sondern auch für multilaterale Erörterungen hierüber (über Truppenreduzierungen), auch im Vorfeld einer Konferenz über die Sicherheit in Europa. Was wir nicht schätzen würden, wäre, wenn irgend eine Seite einen Vorwand suchte, um die Berlin-Verhandlungen nicht zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen." Der Friede in Europa werde nicht sicherer, wenn der kalte Krieg um Berlin bleibe. Hier bestehe ein sachlicher Zusammenhang.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Union, von Wrangel, hat am vergangenen Donnerstag vor der Presse erklärt, die Westmächte könnten nach Ansieht seiner Partei schon mit Sondierungsgesprächen über die Möglichkeit von Truppenreduzierungen beginnen, bevor eine befriedigende Berlin-Regelung erreicht worden ist. Ein Junktim müsse erst dann hergestellt werden, wenn es zu internationalen Verhandlungen komme.

Damit haben sich Bundesregierung und Opposition nach Ansicht politischer Beobachter in dieser Frage weitgehend angenähert.

Optimistisch über den Stand der Berlin-Gespräche nach der zwanzigsten Runde am vergangenen Dienstag haben sich der französische Außenminister Schumann und sein deutscher Kollege Scheel nach Konsultationsgesprächen am Wochenende in Bonn geäußert. Beide Politiker sprachen von einem Tauwetter, das mit dem Besuch Schumanns Anfang Mai in Moskau eingesetzt habe. Der französische Außenminister betonte allerdings auch, daß es noch eine Menge von Schwierigkeiten gebe.