Österreich hat die Volksrepublik China anerkannt. Beide Länder beschlossen, innerhalb eines halben Jahres Botschafter auszutauschen. Die Verhandlungen wurden in Bukarest geführt. Wien unterhält seit Anfang der 50er Jahre keine Beziehungen mehr zu Nationalchina (Taiwan).

Das gemeinsame Kommuniqué enthält, anders als in den Vereinbarungen mit Italien und Kanada, nicht mehr den Passus, daß Peking Taiwan als einen unveräußerlichen Bestandteil der Volksrepublik betrachtet und die Vertragspartner diesen Standpunkt zur Kenntnis nehmen. Wörtlich heißt es: "Die chinesische Regierung respektiert den Status der Neutralität der Republik Österreich. Die österreichische Regierung anerkennt die Regierung der Volksrepublik China als die einzige rechtmäßige Regierung Chinas."

Wien will sich wie bisher für eine Aufnahme Pekings in die UN einsetzen, aber gleichzeitig eine "akzeptable Lösung" für Taiwan finden. Der österreichische Außenminister Kirchschläger betonte, die zitierte Formel sei nicht im Austausch gegen weitere Absprachen zustandegekommen. Mit ihr wolle Peking offenbar anderen Staaten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen erleichtern.