Glaubt man einer Erhebung des New Yorker Finanzblattes The Wall Street Journal, so ist der seit langem ersehnte Aufschwung in den Gewinnen amerikanischer Firmen endlich eingetreten. Die Untersuchung des Blattes beruht auf den Vierteljahresberichten von 573 Gesellschaften, sowie auf Interviews mit führenden Industriekapitänen aus den verschiedensten Branchen.

Ein großer Teil der befragten Manager gibt sich optimistisch, setzt sein Vertrauen in die besseren Profite während der ersten drei Monate, die sich laut Studie gegenüber der letztjährigen Vergleichsperiode immerhin um 8,4 Prozent erhöh ten. Allerdings ist die Freude – je nach Branche – geteilt. Das zeigen die Antworten:

Baugewerbe: Der anhaltende Preisauftrieb gibt Anlaß zu Befürchtungen, daß die Nixon-Regierung sich am Ende doch noch zu einer Intervention entschließt.

Flugzeugbauindustrie: Zusätzliche Kürzungen des Verteidigungsbudgets könnten zu weiteren Entlassungen und schrumpfenden Gewinnspannen führen.

Autobranche: Die erzielten Gewinne während der ersten crei Monate überraschten nicht. Der Nachholbedarf im Anschluß an den Streik bei General Motors im vorigen Jahr erhöhte die Produktion um 3C Prozent. Dieser Bedarf ist nun gedeckt. Folglich dürften die Gewinne des zweiten Vierteljahres wieder geringer sein.

Stahlbranche: Schon jetzt beginnen Stahlverbraucher in Erwartung eines Streiks mit der Aufstockung ihrer Reserven. Auch die unlängst angekündigten Preiserhöhungen dürften die Gewinnergebnisse des laufenden Quartals günstig beeinflussen.

Mineralöl: Die meisten Gesellschaften erwarten in der zweiter Jahreshälfte bessere Gewinnspannen, wenn auch auf Grund der seit einiger Zeit höher besteuerten ausländischen Erdöls amerikanischer Gesellschaften geringere Zuwachsraten erwartet werden.