Wenn ich mitansehen muß, wie Schiller alle Hände voll damit zutun hat, die Sorgen unserer Unternehmer zu zerstreuen, bin ich drauf und dran, meine eigenen Sorgen zu vergessen, um mich ganz auf die Sorgen der Unternehmer zu konzentrieren. Wenn ich dann von einer Tagung in Bad Nauheim lese, wo offenbar dauernd die Rede von der Mißachtung, ja Feindseligkeit in weiten Kreisen der Bevölkerung gegen die Unternehmer war – die Hälfte hält sie, laut Frau Noelle-Neumann, für unsympathisch – hört bei mir jedes Verständnis auf.

Ein Opfer dieser Vorurteile, Haarwasserfabrikant Schupple, ein alter Schulfreund, stand neulich vor mir. Ich erkannte ihn trotz seiner nagelneuen blonden Lockenpracht.

"Du siehst ja aus wie von Baader-Meinhof, warum das?"

"Ich bin in dieser Gegend sehr bekannt", sagte er, sich scheu umblickend, "da ist man besser auf der Hut – wo sie jetzt doch alle so gegen uns sind, gegen uns Unternehmer."

"Das erfährst du. am eigenen Leibe?", fragte ich besorgt.

"Man kommt sich manchmal direkt wie ein Gastarbeiter vor. Bei Feinkost Mefer ließ mich neulich die Bedienung eine halbe Stunde auf mein isländisches Gletschereis warten", sagte er mit kalter Wut, "selbst die Polizei spielt da mit. Drei gebührenpflichtige Verwarnungen an einem Tage – das gab’s noch nie."

"Vielleicht wußten sie einfach nicht, wen sie vor sich haben."