Im September vorigen Jahres hat sich in Köln Ha, Jo. Müller mit seiner Editionsauslieferung – einem Großhandel für Graphik – etabliert. Die Zentralisation soll dem Kunsthandel den Einkauf von neuen Editionen erleichtern. Mitte Juni erscheint der etwa 1000 Graphiken umfassende Katalog (mit Abbildungen).Vierteljährliche Ergänzungslieferungen werden für 7 Mark nachgeliefert. Zu bestellen beim Buchhandel für 40 Mark oder bei Ha. Jo. Müller, Köln, Brüsseler Straße 98.

Nach Art Aktuell und Art Memo gibt es seit Mitte Mai nun noch Art Press. Dieser Informationsdienst über Kunst, Künstler und Galerien erscheint 14täglich in Köln. Maarweg 15. Herausgeber ist Thomas Huber, der an deutsche Feuilletonredaktionen Aktuelles liefern will und Nachdruck und Weitergabe gestattet. Abonnementspreis: 230 Mark jährlich,150 Mark halbjährlich.

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Wer sich über neue Graphikeditionen informieren will, hat dazu beim Kölnischen Kunstverein Gelegenheit. Bis zum 20. Juni läuft dort die Graphik-Verkaufsausstellung "Internationale Graphik aus deutschen Editionen". Viele wichtige Editionen sind allerdings nicht berücksichtigt.

Um Künstler am Wertzuwachs ihrer Werke profitieren zu lassen, beteiligen die Galeristen Kerlikowsky und Kneiding, München 23, Wilhelmstraße 21, Künstler als stille Gesellschafter an ihrem Unternehmen und am Gewinn. Die Beteiligung schließt kein Mitspracherecht ein, die Geschäftsführung bestimmt, welche Graphik für den Verkauf vorgesehen wird. Die Galeristen erhoffen schon für dieses Jahr eine Ausschüttung von 10 Prozent an ihre mitbeteiligten Künstler. Als Einlagen der Künstler gilt die Edition, die bei der Galerie verlegt wird, die Ausschüttung bezieht sich auf alle Editionen (Gewinnpool). Jens Lausen, einer von bisher neun beteiligten Künstlern der Galerie, zeigt noch bis zum 31. Juli Zeichnungen und Graphik.

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Warum sollen nicht auch die Duisburger zu sehen bekommen, was in Köln, Berlin, Basel und Göttingen nun schon ein alter Hut ist. "PRO ART 71, der internationale Markt für aktuelle Kunst" lockte viel junges Volk (80 000 Besucher) in Duisburgs Mercatorhalle. Das Kaufinteresse der Besucher war gering, denn man kam, um zu schauen: Aktionen von Ingeborg Lüscher, Bruno Demattio und Gerhard Trommer, Versteigerungen, Verschenkungsaktionen der Galerien, eine Podiumsdiskussion zum Thema "Kunst und Politik", Undergroundfilme, Pop- und Beatbands. K. Horstmann, Inhaber der "modern art galerie", Berlin, reiste einen Tag vor Schluß der Messe ab mit der Begründung "Die Duisburger haben kein Interesse für mein Programm". Nur Fongi, Künstler der Kölner Galerie Kümmel, kam auf seine Kosten: er machte gute Umsätze mit Fongi-Pils, Bockwurst und Spiegelei. Mit 2 Mark für eine Original-Fongi-Pils-Dose, die man geleert und signiert nach Hause tragen konnte, hatte Fongi das einzige konsumierbare Kunstobjekt zu bieten.