Ärzte, Apotheker und Zahnärzte, also die Angehörigen der sogenannten Heilberufe, sind in Sachen Vermögensanlage gebrannte Kinder. Viele von ihnen folgten mit kaum verständlicher Leichtgläubigkeit den "Gewinnversprechungen" der "Anlageberater" und haben ihr Geld dubiosen internationalen Investment-Fonds, meist mit Sitz in exotischen Ländern, anvertraut. Die Verluste blieben nicht aus.

Zu einer weiteren Verlustquelle entwickeln sich zahlreiche "Abschreibungsobjekte", nicht nur in Spanien oder in Berlin, sondern auch in Luftverkehr und Schiffahrt. Die Möglichkeit, dem Finanzamt über hohe Sonderabschreibungen ein legales Schnippchen schlagen zu können, verführt immer wieder dazu, auf eine Prüfung der Seriosität und Rentabilität der Offerten zu verzichten. Die Folge: Manche Objekte konnten und können mit den vorhandenen Mitteln nicht fertiggestellt werden. Die Inhaber- und Abschreibungsgemeinschaft steht dann vor der Frage, entweder das Objekt aufzugeben (dann wären sie nicht nur ihr Geld los, sondern müßten auch noch Steuernachzahlung leisten) oder Geld nachzuschießen (dann stimmen die alten Abschreibungsversprechungen nicht mehr).

Oftmals, meine verehrten Leser, haben sich Steuerberater mitschuldig an den Verlusten ihrer Klienten gemacht. Sie haben sowohl gegen Provisionen der Fonds ausländische Investment-Anteile (ohne Prüfung auf Qualität) vermittelt als auch (gegen ein entsprechendes Entgelt) Abschreibungsobjekte verkauft, deren Rentabilität von vornherein auf schwachen Füßen stand.

Unter diesen Umständen scheint es mir vernünftig zu sein, wenn man den Angehörigen der Heilberufe jetzt eine Palette von Vermögensanlagen bietet, die zwar keine sensationellen Gewinne versprechen, aber doch wenigstens qualitätsgeprüft sind. Den Anfang damit hat die Commerzbank gemacht. Jetzt folgen die Deutsche Apotheker- und Ärztebank zusammen mit dem Düsseldorfer Bankhaus C. G. Trinkaus. Sie haben ein Programm entwickelt, das auf die speziellen Belange der Heilberufe zugeschnitten ist. Die führenden Vertreter der jeweiligen Standesorganisationen sorgen als Beiräte dafür, daß die Interessen ihrer Mitglieder gewahrt werden. Daß auch andere Berufsangehörige von diesem "Service" Gebrauch machen können, ist selbstverständlich.

Was wird geboten? Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank führt ihr schon vor Jahren entwickeltes "Sonderprogramm Eigentumswohnungen" zusammen mit ihrer Vertragsgesellschaft Gebau AG fort.

In Kürze wird auf diesem Sektor das Programm durch einen geschlossenen. Immobilienfonds in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft erweitert. Die beiden schon erwähnten Partnerbanken werden die Treuhandkommanditisten sein. Die Fondsverwaltung liegt bei der Gebau AG. Fondsvermögen etwa 20 Millionen Mark. Kommanditkapital 10 Millionen. Risikostreuung durch Einbringung von Wohn- und Gewerbeobjekten an verschiedenen Standorten. Gesamtrendite über 10 Prozent jährlich, Barausschüttung 6 Prozent, Fungibilität durch kleine Stückelung der Zertifikate (Nennwert 1000 Mark) und Grunderwerbssteuerfreiheit bei Weiterveräußerung. Die beiden Banken wollen sich bemühen, einen funktionsfähigen Markt für die Zertifikate zu schaffen.

Ein weiterer Teil des Programms ist eine in Vorbereitung befindliche Medico-Vermögensverwaltung. Heute steht bereits fest: Es wird sich um eine Vollmachts-Depot-Verwaltung handeln, wobei an diejenigen Anleger gedacht wird, die schon über ein erhebliches Wertpapiervermögen verfügen, aus Zeitmangel jedoch nicht in der Lage sind, sich selbst um die laufenden Dispositionen zu kümmern und nicht schon über eine entsprechende sachverständige Hilfe verfügen. Die Mindestanlagesumme dürfte bei etwa 250 Millionen Mark liegen.