Ägypten und die Sowjetunion haben einen "Pakt der Freundschaft und Zusammenarbeit" auf zunächst 15 Jahre geschlossen. Dies wurde zum Abschluß der dreitägigen Gespräche des sowjetischen Präsidenten Podgorny mit Staatschef Sadat in Kairo bekanntgegeben.

Der Vertrag, der automatisch um jeweils fünf Jahre verlängert wird, sichert den sowjetischen Einfluß in Ägypten. Artikel 1 verspricht Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten – nach der Entmachtung des prosowjetischen Flügels um Ali Sabri für Kairo eine wertvolle Zusage –, legt aber in Artikel 4 eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen den "Imperialismus in allen seinen Formen" fest. Den Vertragspartnern sind Bündnisse verboten, die sich gegen die andere Partei richten (Artikel 9).

Zugleich wird zugesichert, daß Moskau weiterhin Ausbildungshilfe leistet und Waffen liefert; beide Staaten sind zu Konsultationen verpflichtet, falls sie eine Situation als Bedrohung oder Verletzung des Friedens ansehen. Ein neuer ägyptischer Krieg gegen Israel ohne Rücksprache in Moskau ist damit ausgeschlossen. Generell wollen beide Staaten auf Frieden "gemäß den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen" hinarbeiten. Weitere Artikel regeln den Ausbau der Handels-, Wirtschafts- und Kulturbeziehungen.

Die Regierung in Jerusalem hat angekündigt, daß sie Washington um weitere Hilfe bitten werde. Yosef Almogi, der israelische Arbeitsminister, forderte die USA auf, einen vergleichbaren Beistandspakt mit Israel zu schließen. Außenminister Eban bekräftigte, daß Jerusalem nicht daran denke, Kairo bei den Bedingungen zur Öffnung des Suez-Kanals weiter entgegenzukommen.