Von Horst Vetten

Er ist eitel und gibt das zu: "Ich höre mich gern reden."

Er liebt Statussymbole und verrät das: statt des weißen Buick-Cabriolet hätte er sich gern den großen "Tornado" gekauft, "... aber leider paßte der nicht in die Garage".

Er will Geld verdienen und spricht unbefangen darüber: "Früher konnte man in Italien gute Geschäfte machen. Jetzt ist der Markt durch die Ausländersperre zu."

Womit er beim Fußball ist, mit dem er lebt und von dem er lebt. Dr. jur. Otto Ratz, gebürtiger Ungar, Rechtsanwalt, wohnhaft in Basel, hat vor fünfzehn Jahren der Juristerei abgeschworen und begonnen, Hobby und Geldverdienen miteinander zu verbinden, genaugenommen hat er zwei Hobbys miteinander verbunden: den Fußball und das andere.

Am Anfang stand, wie zu Beginn jeder größeren Sache (und daß es eine größere Sache werden würde, daran zweifelte Dr. Ratz nie), die Idee. Die Idee nämlich denkend, ratend, mäkelnd jenen zur Seite zu stehen, die im internationalen Fußball das große Geld hin und her bewegen, die einen zahlend, die anderen kassierend.

Der Mann schien für das Geschäft wie maßgefertigt: beste Formen, vertraueneinflößender akademischer Titel, dazu noch "jur.", einiges Fußballwissen, überwältigender ungarischer Charme – so bewegte sich der Manager mehrsprachig parlierend alsbald im "International-Football-Top-Managing" (das steht auf seiner Visitenkarte). Vor fünfzehn Jahren begann er. Mit der Emsigkeit, die Newcomer kennzeichnet, neigte er anfangs dazu, sich "um alles zu kümmern"; heute widmet er seine Aufmerksamkeit im wesentlichen "den Rosinen". "Ich bin top", sagt er in schlichter Selbstbetrachtung. Wer ihm kabeln will, braucht nur "Starmanager Basel" auf das Telegrammformular zu schreiben. Das kommt an.