Hervorragend:

"Der große Irrtum", von Bernardo Bertolucci. "Lenz", von George Moorse. "Deep End", von Jerzy Skolimowski. "Der Wolfsjunge", von François Truffaut.

Im Fernsehen: "Sein oder Nichtsein" (USA 1942), von Ernst Lubitsch (West III am 11. Juni), ist nach "Ninotschka" der zweite und letzte Film, in dem sich Lubitsch mit der Politik eingelassen – und sie auf die Komik gebracht hat. Sowenig Gestapo und Brutalität Anlässe zu befreiendem Lachen sein können, sowenig sind sie geeignet als "Material" für künstlerisch-realistische Darstellungen. Komisch ist der Schrecken schrecklicher: Das Lachen über die Nazis, die von einer polnischen Theatertruppe genasführt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden, ist entsetzlich, weil es um eine Lächerlichkeit geht, die millionenfach getötet hat. Und zwar die anderen.

PWJ

"Nachtasyl" (Frankreich 1936), von Jean Renoir (Bayern III am 13. Juni). Renoir hat gar nicht erst versucht, einen "russischen" Film zu machen; das war für ihn die Bedingung, unter der er die Adaption des Romans von Gorkij übernahm. So ist das Klima des Films geographisch nicht zu orten, ebensowenig die stilistische Haltung zwischen Tragödie und Vaudeville. Es ist Kino à la Renoir: eine comedie humaine im Armenhaus, in dem sich Dieb und Baron verbrüdern, eine Manifestation der Solidarität, mit Darstellern, die man vorher und hinterher so selbstverständlich großartig kaum gesehen hat, Jean Gabin und vor allem Louis Jouvet.

PWJ

"I shot Jesse James" (USA 1949), von Samuel Fuller (Südwest III am 12. Juni). "Guten Morgen" (Japan 1959), von Yasujiro Ozu (ZDF am 13. Juni). "Der Prozeß" (Frankreich/Italien/BRD 1963), von Orson Welles (Bayern III am 12. Juni).