Von Ben Witter

Man konnte vom Bahnhof nicht durch den Wald in das Waldlokal gehen. Ich mußte neben der Chaussee hergehen. Zwischen dem Waldesrand und der Chaussee lag ein Graben. Der Sommerweg zwischen dem Grabenrand und dem Chausseerand bestand aus Sand, Steinen und Grasnarben. Zwischen dem Rand vor dem Sommerweg und dem Grabenrand waren auch Brennnesseln.

Ein Schatten, ein Luftzug, ein singender Ton, der hinter mir abfiel; ich drehte mich um: Das war ein Sportwagen gewesen. Ich ging weiter. Drei Wagen, dicht hintereinander, heulten an mir vorbei, mit dreifachem Luftzug, und der singende Ton hinter mir schwoll lange nicht ab. Noch ein Wagen. Ganz dicht raste er an mir vorbei. Mein Jackett blähte sich auf und flatterte. Ich ging auf dem Grabenrand und rutschte ab, blieb aber auf dem Sommerweg. Ich zählte die Wagen. Dann sah ich einen Wagen heranbrausen, ein aufgeblähter Ärmel hing heraus, ich bückte mich rechtzeitig und machte eine Wendung mit dem Oberkörper zum Grabenrand hin. In meinem Nacken kribbelte es. Das Kribbeln ging höher. Ich starrte auf den Sand, die Steine und die Grasnarben und fingen zu laufen, und mußte abwechselnd vom Grabenrand auf den Sommerweg springen, um den Steinen und Grasnarben auszuweichen. Stürzen durfte ich nicht, dann würde ich auf die Chaussee fallen.

Ein Wagen fuhr zu weit rechts. Ich blieb stehen. Ich hob den Arm. Ich schloß die Augen. Ich wartete, was außer dem Luftzug noch kommen konnte; nichts als der singende Ton, der hinter mir abfiel. Ich ging weiter. Ich ging ins Waldlokal. Es war überfüllt. Überall standen Autos.

Ich machte kehrt und ging neben der anderen Seite der Chaussee wieder zum Bahnhof.