Wirtschaft

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DIE ZEIT

Schmutziger Lorbeer

Berufssport und Bestechung – das paßte, denkt man an vergangene Skandale beim Pferderenren und Boxen, oft zusammen. Damals ging das häßliche, aber zutreffende Wort vom „schmutzigen Lorbeer“ um die Welt.

Asiatische Apokalypse

Fern von den Schauplätzen des Grauens fällt es schwer, den Meldungen aus Bengalen zu glauben. Aber die Hiobsbotschaften der letzten Tage erlauben keinen Zweifel: Im indisch-pakistanischen Grenzgebiet bahnt sich eine Katastrophe an.

Begleitmusik für Berlin

Die Begleitmusik, die einige Politiker der Bonner Koalition und Opposition zu den Berlin-Verhandlungen liefern, ist trefflich geeignet, die Bürger zu verwirren.

Wie zu Hause

Zum erstenmal fühle ich mich in der Gemeinschaft zu Hause.“ Dies ist der erfreulichste Satz, der bisher in den Verhandlungen über Großbritanniens EWG-Beitritt gesprochen wurde.

Frauen gegen einen Paragraphen

Der Bundesregierung droht eine neue außerparlamentarische Opposition. Westdeutschlands Frauen, die mit der Mehrheit ihrer Wählerstimmen zwanzig Jahre lang die konservative Herrschaft der CDU/CSU gestützt hatten, finden auf einmal die sozial-liberale Koalition des Fortschritts nicht fortschrittlich genug.

ZEITSPIEGEL

„Ich bin nicht abgebrüht und nicht undankbar. Insofern betrachte ich die Ehrung durch eine so ehrwürdige Universität wie Yale als Ermutigung.

Ein Scharnhorst der Bundeswehr?

Von der „Ellwein-Kommission“, vom „Ellwein-Gutachten“, von der „Ellweinologie“ wird nächste Woche wieder viel geredet werden, wenn die „Kommission zur Neuordnung der Ausbildung und Bildung in der Bundeswehr“ der Öffentlichkeit ihre Reformvorschläge präsentiert.

Die Augsburger Konfusion

Augsburg vor 450 Jahren: Die Trennung von Katholiken und Protestanten, den "Päpstlichen" und den "Lutherischen", wurde sanktioniert.

Ein Schritt vorwärts in Berlin

Nach dem 21. Berlin-Gespräch der vier Botschafter zu Beginn dieser Woche zeigte sich Moskaus Verhandlungsführer Abrassimow nur mit dem Tempo der Gespräche unzufrieden: Die Verhandlungen, so bemerkte er, seien einen Schritt vorangekommen, aber es hätten auch zwei sein können.

Pechzahl 13

Der Versuch Washingtons, 570 angeblich verwundete nordvietnamesische Kriegsgefangene zu repatriieren, ist mißlungen. Nur ganze dreizehn hatten sich bereiterklärt, die Reise in den Norden anzutreten.

,Panther‘-Prozesse

Der Ausgang einer Reihe von politischen Strafprozessen in Amerika hat die Rechtsprechung ins Zwielicht gerückt. Sehr harten Urteilen wie denen im Verfahren gegen die „Acht von Chikago“ steht der Freispruch von dreizehn Mitgliedern der Schwarzen Panther in New York gegenüber, die Sprengstoffanschläge und Polizeimord geplant haben sollen.

Als Makler bei Mao

Erstmals nach den Jahren kulturrevolutionärer Abriegelung und Feindseligkeiten sind jetzt in Peking die Volksmassen wieder mobilisiert worden, um eine Staatsvisite aus Europa zu bejubeln.

Wolfgang Ebert:: Signal-Verkehr

„Haben verstanden – wären bereit“, hat die NATO neulich von Lissabon aus nach Moskau signalisiert und dann ihre eigene Signalanlage auf Empfang eingestellt, um das sowjetische Antwortsignal – aus Baku? aus Omsk? – nicht zu verpassen.

Panik durch die Pille

Bonn‚ im Juni Die „Pille“, Regulativ der privatesten Beziehungen zwischen den Geschlechtern, ist zum Politikum geworden. Von dem ebenso konstanten wie drastischen Geburtenrückgang in der Bundesrepublik aufgeschreckt, streiten die Bonner Gesellschaftsplaner darüber, welche Konsequenzen der zunehmende Gebrauch oraler Ovulationshemmer nach sich ziehen werde, in dem sie den Hauptgrund für die schrumpfende Kinderzahl sehen, Pessimisten glauben schon die wirtschaftliche Entwicklung und das soziale Sicherungssystem gefährdet.

Reisen als Ersatz für Politik

Es geschah am selben Tag: In der DDR begann die „Woche der internationalen Solidarität mit den arabischen Völkern“; das SED-Zentralorgan Neues Deutschland verurteilte „nachdrücklich die Kriegspolitik der Räuber in Tel Aviv und deren Handlanger in Washington und Bonn“.

,,Sicherer“ oder ,,gerechter“ Frieden?

Wischnewski hatte für seinen Pfingst-Ausflug an den Nil die Funktionsbezeichnung „Bundesgeschäftsführer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ in der Baracke zurückgelassen.

Wer kommt nach dem Negus?

Es ging zwanglos zu. Die Kapelle der Leibgarde spielte Märsche und Schlager, Diener in roten Pumphosen und grünen Fräcken servierten Käsehappen und Champagner.

Kein Zacken zuviel

Nach fünf Wochen Beweisaufnahme im Mordprozeß Hanzlicek/Gebes vor dem Frankfurter Schwurgericht zog einer der Sachverständigen, der Marburger Psychiater Professor Eicke, Bilanz: „Ich bin an den Grenzen meines Wissens angekommen.

Kommunen machen Kunst

Nun urbst mal schön“, empfahl Wuppertals Generalanzeiger, als sich der Vorhang zu „Urbs 71“ hob. Das 700 000-Mark-Festival in der Stadt mit der Schwebebahn ist eine „kulturelle Initiative“ der Städte Bochum, Dortmund, Köln, Krefeld, Oberhausen und Wuppertal mit dem Ziel, progressive Kunst eine Woche lang in konzentrierter Form anzubieten.

Fragwürdig

Der stellvertretende DAG-Bundesvorsitzende Günter Apel, 44, soll Schulsenator in Hamburg werden. Noch vor seiner Wahl hat ihm der Bürgerausschuß der Hansestadt mit Amtsantritt einen Pensionsanspruch von 24 Prozent der Senatorenbezüge verbindlich zugesichert.

Barzel unterm Volk

Rainer Barzel ist hart im Nehmen. Wenn er gut in Form ist, verkraftet er die Antipathie, die ihm unverhohlen und kräftig wie kaum einem anderen Politiker entgegenschlägt, mit Anstand, ja sogar mit Humor.

Unerträgliche Unterschiede

„Ich habe abgetrieben.“ Dazu bekannten sich 374 Frauen im stern Nr. 24. Mit diesem Appell wandten sich Hausfrauen, Schauspielerinnen, Lehrerinnen und Journalistinnen gegen den Paragraphen 218 des Strafgesetzbuches, der Schwangerschaftsunterbrechungen unter Strafe stellt.

Grundgesetz im Alltag

„Demokratisches System und politische Praxis in der Bundesrepublik. Für Theodor Eschenburg“; hrsg. von Gerhard Lehmbruch, Klaus von Beyme, Iring Fetscher; R.

Erneuerung des Rechts

Vor einem Jahr brachte der Arbeitskreis für Hochschuldidaktik eine Schrift heraus über „Das Rechtsstudium auf dem Wege zur Erneuerung“.

Die entdämonisierte Entente Cordiale

Jahrzehntelang galt für deutsche Patrioten alten Stils die Entente Cordiale als die Verkörperung der antideutschen „Einkreisung“, als Auftakt zur Vernichtung Deutschlands in einem von neidischen Feinden geplanten Krieg, eben dem Ersten Weltkrieg.

Kein Rassenkrieg, aber Klassenkampf

Der Gegensatz zwischen Nord und Süd, der zuweilen schon den traditionellen Konflikt zwischen Ost und West zu überlagern droht, ist kein Gegensatz zwischen Ideologien oder Rassen, sondern zwischen Klassen.

„Öffentliches Interesse“

Wenn sich Politiker oder Juristen auf „Gemeinwohl“ oder „öffentliches Interesse“ berufen, verbreiten Politologen Skepsis. Diese Begriffe sind mit obrigkeitsstaatlicher Tradition belastet, also ideologieverdächtig.

,,Mit Anstand krepieren“

Ottokar Czernin, ein Vorläufer des Faschismus – Deutsch-böhmischer Aristokrat als Totengräber der Donaumonarchie

Westen will Entspannung

Das von Moskau in den letzten Wochen mehrfach wiederholte Angebot, in Gespräche über eine Reduzierung der Truppen in Europa einzutreten und mit den Vorbereitungen einer Sicherheitskonferenz zu beginnen, stand neben dem Berlinproblem im Mittelpunkt der Beratungen des Nato-Ministerrats, zu denen die Außenminister der Atlantischen Verteidigungsgemeinschaft nach Portugal gekommen waren.

Einig über das Pfund

Bei den Verhandlungen über einen britischen Beitritt zur EWG wurde am Montag in Luxemburg ein wichtiges Teilergebnis erzielt.

Nahost: Kampf und Kontakt

Im Norden Jordaniens sind erneut Kämpfe zwischen dem Militär und Angehörigen der sieben großen Organisationen der palästinensischen Freischärler ausgebrochen.

Dokument der ZEIT

„Bei der Prüfung der Berlin-Frage unterstrichen die Minister die Notwendigkeit, die Ursachen der Unsicherheit in und um Berlin abzubauen.

Berlin-Gespräche: Ein Schritt voran

Nach ihrem 21. Berlingespräch am Montag äußerten sich die vier Botschafter der Großmächte übereinstimmend optimistisch. Der amerikanische Botschafter Rush erklärte, er sei durch das Treffen „ermutigt“ worden: „Wir haben Fortschritte gemacht und werden unsere Verhandlungen am 25.

Peking: Jubel für Ceausescu

Einen demonstrativ herzlichen Empfang bereitete Peking dem rumänischen Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu, der sich für acht Tage in der Volksrepublik aufhielt.

Hanoi: Rückkehr verweigert

Nordvietnam hat sich geweigert, 13 verwundete und kranke nordvietnamesische Kriegsgefangene von Südvietnam zu übernehmen. Hanoi brach die bereits angelaufene Aktion ab, weil Saigon sein Versprechen vom April, 570 Gefangene freizulassen, nicht erfüllt habe.

Günter Grass und die Narren

Daß in der letzten Kolumne von Günter Grass in der Süddeutschen Zeitung die Metaphern jeglichen Denkvorgang restlos ersetzt haben, könnte man auf sich beruhen lassen.

Nach Weimar um Goethes willen

Als Johann Wolfgang von Goethe diese Knittelverse den Zusammenhang von Literatur und Geographie betreffend schrieb, da war eine Reise von Hamburg nach, zum Beispiel, Weimar zwar möglich, aber mit Achsenbrüchen und anderen Schicksalsschlägen mußte gerechnet werden.

ZEITMOSAIK

Die Theaterverlage Kiepenheuer & Witsch, Suhrkamp, Stauffacher und Universal-Edition haben beschlossen, ihren Autoren, soweit diese es nicht schon gefordert haben, zu empfehlen, keinen Aufführungen ihrer Stücke an den Münchner Kammerspielen zuzustimmen, solange politische Gründe für die Kündigung Heinar Kipphardts ausschlaggebend sind.

Kunstkalender

Warum man die Ausstellung, wie ihr Initiator Eugen Thiemann meint, in Verbindung oder sogar als Auswirkung der neuen deutschen Ostpolitik sehen solle, ist ziemlich unverständlich.

Darling Segal

Werther II war an der Elbe. Wenn die Begegnung auf dem Wasser stattfand, nämlich auf dem Schiff „Bürgermeister Mönckeberg“, das die Love-Story-Party-Gäste elbabwärts bis nach Schulau und zurück trug, so war das ein durchaus angemessener und sensibler Einfall des Hoffmann und Campe Verlages.

Wenn Lehrer streiken

Die zum weitaus überwiegenden Teil aus den Standesverbänden der Volks- und Grundschullehrer zusammengesetzte Gewerkschaft Errichtige und Wissenschaft (GEW) möchte eine richtige Vorsitzenden werden.

So ein Theater! Hat das noch Sinn?

Die vierte experimenta, um Pfingsten herum von Peter Iden und Karlheinz Braun einberufen, wurden zu einem Fest, bei dem mehr Vermittler – sprich: Kritiker und Kulturagenten – anwesend waren als Rezipienten, will sagen: erhofftes, herbeigesehntes Publikum.

Hinein in die Gewerkschaft

Auch für die bildenden Künstler sei das Ende der Bescheidenheit gekommen, verkündete HAP – Grieshaber in der Paulskirche, wo nach schwierigen Vorverhandlungen und mehrfachen Terminverschiebungen am letzten Wochenende der erste Kongreß der Künstler, eröffnet wurde.

BS es st

Quizfrage: Was tut ein Verleger, der eine erfolgreiche Buchreihe herausbringt, aber mehr Rechte besitzt, als er in dieser Reihe verwerten kann, und zudem einen leitenden Mitarbeiter hat, der in „seiner“, der bereits bestehenden Reihe eigene festumrissene Konzeptionen verwirklichen will? Antwort: Er gründet eine neue Reihe.

Paris wär’ eine Oper wert

Es ist etwas dran: Rolf Liebermann, bis 1973 noch Intendant der Hamburgischen Staatsoper, verhandelt mit der französischen Regierung wegen einer eventuellen Übernahme der Intendanz der Pariser Oper.

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