ngesichts des um 29 Prozent auf 1,52 Milliarden Mark gestiegenen Weltumsatzes des Demag-Konzerns und eines Auftragsbestandes, der am Ende des ersten Quartals 1971 mit 1,27 Milliarden Mark die Vollbeschäftigung für acht Monate sichert, wäre eine Kapitalerhöhung bereits fällig gewesen. "Aber", so argumentiert Wolfgang Reuter, Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Maschinenbauunternehmens, dessen Familie schätzungsweise zwölf Prozent des Kapitals von 128 Millionen Mark hält, "um Aktionäre für einen solchen Schritt zu interessieren, muß die Sicherheit einer angemessenen Verzinsung gegeben sein." Das sei bei der gegenwärtigen hausgemachten Inflation nicht der Fall. Die Kapitalerhöhung – man denke an eine Aufstockung im Verhältnis 5 zu 1 – sei fällig, "sobald die wirtschaftliche Vernunft wieder über das politische Dogma gesiegt hat".

Für 1970 schüttet die Demag wieder eine Dividende von acht Mark je 50-Mark-Aktie aus. Nach der üblichen Berechnung der Finanzanalysten ist der Gewinn je Aktie von 18 auf 21 Mark gestiegen. Aus diesem Grunde haben wohl auch verschiedene Börseninformationsdienste die Demag-Aktie wärmstens empfohlen. Die Demag-Verwaltung hat jedoch die Erhöhung der Vorräte wegen der besonderen Verhältnisse im Maschinenbau nicht dem Gewinn je Aktie zugerechnet, so daß sich ein praktisch unveränderter Gewinn von 16 Mark ergibt. In der Tat steht einem Anstieg der Vorräte von 332 auf 573 Millionen Mark eine Zunahme der Verschuldung um 443 Millionen gegenüber, so daß nicht nur Material- und Personalkosten das Ergebnis belassen, sondern auch die Verzinsung der Verbindlichkeiten. mh