Einen demonstrativ herzlichen Empfang bereitete Peking dem rumänischen Staats- und Parteichef Nicolae Ceausescu, der sich für acht Tage in der Volksrepublik aufhielt. Ministerpräsident Tschou En-lai rühmte Rumäniens "mutige Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit" gegenüber "ausländischer Bedrängung". Der Parteivorsitzende Mao Tse-tung (Bild) forderte seinen Gast auf, "zusammenzustehen und so Imperialismus und alle Reaktionäre zurückzuwerfen."

Ceausescu nannte als Ziele die friedliche Koexistenz, die nukleare Abrüstung, die Auflösung der Militärblöcke und die Wiederherstellung der Einheit im Weltkommunismus. Nach Meinung politischer Beobachter versucht Bukarest, das im Streit Moskau-Peking strikt neutral geblieben ist, erneut eine Vermittlung zwischen den beiden Metropolen. Zudem halten sich Gerüchte, daß Ceausescu Mao eine amerikanische Botschaft überbracht habe.

Der rumänische Staatschef ist nach einer Rundreise durch die Volksrepublik wieder zurückgeflogen. Peking empfing am Dienstag den jugoslawischen Außenminister Tepavac.