Berufssport und Bestechung – das paßte, denkt man an vergangene Skandale beim Pferderenren und Boxen, oft zusammen. Damals ging das häßliche, aber zutreffende Wort vom "schmutzigen Lorbeer" um die Welt. Nach der jüngsten Affäre in der westdeutschen Bundesliga klebt dieses Etikett auch dem Fußball an. Wo das runde Leder rollt, scheint auch die Schmier-Mark zu rollen.

Der Kölner Torwart Manglitz und die beiden Berliner Balltreter Patzke und Wild sollen, so lautet der Vorwurf, bereit gewesen sein, für 140 000 Mark die Spiele ihrer Mannschaften zu verlieren. Damit wäre der vom Abstieg bedrohte Verein der Offenbacher Kickers in der gewinnbringenden Bundesliga geblieben. Aufgedeckt hat die Schiebung der Kickers-Präsident Canellas, der – wie seinerzeit der FDP-Abgeordnete Geldner – die Bestechungsverhandlungen angeblich nur zum Schein führte.

Wer hier wen hinters Licht führen wollte, mag unerheblich sein. Unbedeutend ist auch, was verwerflicher ist: das Angebot des Spekulanten oder das Anerbieten der Spieler. Was zählt, ist die Erfahrung, daß den Rütlischwüren der Club-Präsidenten, keine Korruption zu dulden, und der so lautstark gepriesenen Selbstdisziplin der Vereine länger nicht getraut werden kann. Dies war ein Eigentor.

Das Sportgericht des Deutschen Fußballbundes muß nun ein Exempel statuieren, um den schlimmen Schaden zu reparieren. Er brächte sonst einen Massensport in untilgbaren Verruf: schmutziger Fußball. D. St.