Auf Wiedersehen!" – mit diesem deutschen Gruß verabschiedete sich der ägyptische Staatspräsident Anwar El Sadat von seinem Bonner Besucher Hans-Jürgen Wischnewski.

Wischnewski hatte für seinen Pfingst-Ausflug an den Nil die Funktionsbezeichnung "Bundesgeschäftsführer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" in der Baracke zurückgelassen. Vielmehr war er als Freund vieler Politiker und Kenner der nahöstlichen Probleme nach Kairo gekommen, nachdem der Wirtschaftsminister der Nasser-Zeit ihn eingeladen hatte und diese Einladung vom neuen Inhaber dieses Amtes um die Jahreswende wiederholt worden war. Bonns ehemaliger Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit sprach bei seinem jüngsten Besuch alle Verantwortlichen von Rang und Namen – vor allem den Staatschef, der ihn zu einem langen Gespräch, in das er häufig deutsche Sätze einfließen ließ, in seinem Privathaus empfing.

"Haben Sie diese Reise mit Wissen und Willen der Bundesregierung, vor allem des Bundeskanzlers und des Auswärtigen Amtes, unternommen

"Selbstverständlich. Der Bundesgeschäftsführer einer Regierungspartei kann sich keine privaten Extravaganzen erlauben. Diese Reise wie auch die früheren Kontaktgespräche mit Politikern des Nahen Ostens erfolgten nach Information und Koordination mit den zuständigen Regierungsstellen."

"Wenige Wochen vorher waren Sie in Israel. Gibt es zwischen diesen Reisezielen und -terminen einen Zusammenhang?"

"Es war sicher nützlich, daß ich vorher – zum ersten Mal – mit der SPD-Delegation in Israel war. Man hat mich dort nicht unkritisch betrachtet. Manche Mißverständnisse konnten aber ausgeräumt werden."