Henri Ziegler, Präsident der französischen Aerospatiale, wurde weiß vor Wut: Der Überschalljet Concorde versagte auf dem bisher wichtigsten Demonstrationsflug. Aerospatiale, der französische Partner der Briten beim Bau der Concorde, hatte den amerikanischen Verkehrsminister und Vorstände der Fluggesellschaften Pan Am, World Airways, Eastern Airlines, BOAC, Air France und Lufthansa zum Überschallflug eingeladen. Doch die Concorde erreichte statt der Spitzengeschwindigkeit von Mach 2 nur Mach 1,2.

Kaum vom Pannenflug zurück, gab Pan Am-Präsident Najeeb E. Halaby eine Pressekonferenz, auf der er seine kritische Einstellung zu Concorde und Überschallflugzeug noch einmal deutlich machte: "Die Concorde ist ein Rennpferd. Das Problem ist jetzt, ein zuverlässiges Arbeitspferd aus ihr zu machen."

Halaby machte deutlich, wie er sich diese Verwandlung vorstellt. Aerospatiale und British Aircraft sollten vorerst nicht mehr als die bisher in Angriff genommenen zehn Concordes bauen. Und diese Maschinen sollen dann in einer halbjährigen Testzeit auf Nordatlantikflügen "Verläßlichkeit im täglichen, Dienst, ihre Profitabilität und ihre Flugtauglichkeit beweisen". Erst danach sollen Briten und Franzosen mit dem Serienbau und der Auslieferung der Überschalljets an die Fluggesellschaften beginnen.

Halabys Vorschlag wird bei den anderen Fluggesellschaften sicher Anklang finden, Denn erstens würde Zeit gewonnen und zweitens ginge die Probezeit Lasten der Concorde-Hersteller. Gerade die Einführung eines neuen Flugzeuges hat die Fluggesellschaften bisher immer mit technischen Schwierigkeiten und hohen Ausgaben belastet. Diese Lasten, die gerade im Fall der Concorde als dem ersten Typ einer ganz neuen Flugzeuggeneration extrem hoch sein werden, sollen jetzt auf den Hersteller abgewälzt werden. rod