Zum erstenmal fühle ich mich in der Gemeinschaft zu Hause." Dies ist der erfreulichste Satz, der bisher in den Verhandlungen über Großbritanniens EWG-Beitritt gesprochen wurde. Er stammt von dem britischen Sonderbeauftragten Rippon nach der Ministerratstagung in Luxemburg. Das Bekenntnis sagt mehr aus über die Fortschritte in der Beitrittsfrage als jedes noch so optimistische Kommuniqué.

Die emotionale Anwandlung des Briten hat eine sachliche Ursache. Eine der letzten Schwierigkeiten auf dem Weg zur Gemeinschaft ist weggeräumt. Das Pfund Sterling, bislang eine Weltreservewährung, will sich künftig mit einer Rolle in der geplanten europäischen Wirtschafts- und Währungsunion begnügen. Der Rollentausch war von Premierminister Heath und Staatspräsident Pompidou bereits in Paris inszeniert worden. Die in Luxemburg ausgehandelten Einzelheiten entsprechen Londons Vorstellungen: Großbritannien hat Zeit bis 1978, seine Kapitalbewegungen denen der Gemeinschaft anzugleichen; den Inhabern von Sterling-Guthaben wird kein unzumutbarer Schaden zugefügt; der internationale Geldmarkt wird nicht durch abrupte Veränderungen gestört.

Nach der Blitzkonferenz von Luxemburg bleiben noch drei Probleme: Großbritanniens Wünsche zur Fischereiordnung, der britische Beitrag zur Gemeinschaftsfinanzierung und die Einfuhr neuseeländischer Molkereiprodukte. "Zu Hause" müßten auch sie zu lösen sein. D. B.