Die schönen Weiber werden heutzutage mit unter die Talente ihrer Männer gerechnet.

Georg Christoph Lichtenberg

Proteste für Kipphardt

Die Theaterverlage Kiepenheuer & Witsch, Suhrkamp, Stauffacher und Universal-Edition haben beschlossen, ihren Autoren, soweit diese es nicht schon gefordert haben, zu empfehlen, keinen Aufführungen ihrer Stücke an den Münchner Kammerspielen zuzustimmen, solange politische Gründe für die Kündigung Heinar Kipphardts ausschlaggebend sind. Auch der Verlag der Autoren hat seinen Autoren empfohlen, ihre Stücke nicht an die Münchner Kammerspiele zu geben, "da die aus politischen Motiven erfolgte Kündigung Heinar Kipphardts gegen die garantierte Kunst- und Meinungsfreiheit verstößt". Peter Handke hat die geplante Inszenierung seines "Ritts über den Bodensee" an den Kammerspielen niedergelegt. Ihre Teilnahme an der Münchner "Werkraumwoche", die vom 7. bis 19. Juni stattfindet, haben Rainer Werner Faßbinder und das Münchner "antiteater", das Frankfurter "Theater am Turm" und das Landestheater Darmstadt aus Protest gegen die Entlassung Kipphardts abgesagt.

Hesse-Preis für Szenessy

Der Hermann-Hesse-Preis dieses Jahres ist unserem Mitarbeiter Mario Szenessy verliehen worden. Der aus Ungarn stammende Autor, hier bekanntgeworden mit einem Band Erzählungen ("Otto der Akrobat") und einem Roman ("Verwandlungskünste") bekam den Preis für seinen Roman "Fälschungen", der im Herbst bei Hoffmann und Campe in Hamburg erscheint und die bewegte Lebensgeschichte eines Felix Krull mit James-Bond-Talenten und Robin-Hood-Aspirationen erzählt.