Hamburg

Wache – frisch und munter klingt’s. Poetisch heißt es "Wacht"; und Untertöne hat es, dumpf wie Trommelwirbel, und übertöne, hell wie Hornsignal. Aus Historie und Histörchen, hallt es nach: Schilderhaus und Posten, Schellenbaum Unter den Linden, präsentiertes Gewehr, scharf geladen, Feldwache, finstere Nacht und keine Angst, Kamerad, du darfst ruhig schlafen, mein Volk, vor dem großen Tor leuchtet die Laterne, und oben stehen die Sterne... Wache: Militär in einem Wort.

Jeden Tag haben etwa 7500 Soldaten der Bundeswehr (nebst 5300 zivilen Wachmännern und 2000 Schäferhunden) irgendeine Art von Wachdienst. Rund 1400 "Objekte" bewachen sie.

Für ihren Wach- und Ordnungsdienst hat man jetzt im Bundesverteidigungsministerium eine neue zentrale Dienstvorschrift verfaßt. Anlaß war der Fall Lebach, 1969, als eine ganze Wache im leichtfertig schweren Schlaf gemeuchelt wurde und altes Entsetzen nicht den Unmut über das Wachvergehen überdecken konnte: Bundeswehr, wie wachst du schlecht! Und so schneidet man nun alte, wenn auch schmucke Zöpfe ab. Das Wache-heraus-Ehrenbezeigung-Meldung-schnarren-Brimborium fällt weg. Das ist gut und richtig. Es ist ein Indiz für modernes Militär. Wache: ein Begriff für Ernstfall im Alltag. rst.