Im Reigen der deutschen Stahlunternehmen zeichnet sich die Düsseldorfer Mannesmann AG durch einen erfreulichen Optimismus aus. Nicht nur, daß die Aktionäre mit 12 Prozent eine um ein Prozent erhöhte Dividende erhalten: Auch die im Geschäftsjahr 1970 um 57 Prozent gestiegenen Investitionen von 371 Millionen Mark sollen in gleicher Höhe fortgeführt werden. Egon Overbeck, Vorstandsvorsitzender des Mannesmann-Konzerns, wollte für das laufende Jahr jedoch nicht den gleichen Gewinn wie für 1970 und damit wohl auch die Beibehaltung der erhöhten Dividende voraussagen.

Overbeck sucht auch die Nachbarschaft der krisenanfälligen Montanindustrie nicht mehr. Die Aufteilung des Außenumsatzes von 7,4 Milliarden – 43 Prozent Hütten- und Röhrenwerke, 15 Prozent Maschinen- und Anlagebau, 41 Prozent Handel und Reederei und ein Prozent Chemie und Kunststoffverarbeitung – gebe dem Unternehmen das Recht, sich nicht mehr als Montankonzern zu bezeichnen. Mit der Vorjahresbilanz ist das diesjährige Zahlenwerk kaum noch zu vergleichen, da sich durch die Abgabe des Bergbaus und die Arbeitsteilung mit der August-Thyssen-Hütte der Konsolidierungskreis stark verändert hat.

Der Gewinn je Aktie hat sich nach der hauseigenen Berechnung nach Steuern von 17 auf 15 Mark ermäßigt. Entgegen der Praxis der Finanzanalysten sind dabei jedoch die Sonderposten mit Rücklagenanteilen und die Investitionsprämie nicht berücksichtigt. Wie stark aber gerade diese Positionen den Gewinn je Aktie beeinflussen, zeigt die Steigerung des Jahresüberschusses um 63 auf 149 Millionen Mark. Davon stammen 47,3 Millionen aus Sondererträgen im Zusammenhang mit Umwandlungen und Investitionsprämie. Nicht weniger als 45 Millionen davon werden gewinneutral in die Rücklagen eingestellt, mh