Wer ist Max Mürbe? So beginnen sich allmählich manche zu fragen. Und vermuten, das sei ein Name, den man sich wohl merken sollte. Das liegt aber weniger an den Werken dieses Autors. Mürbe hat sich auf anderem Gebiet einen Namen gemacht: Er steht nämlich auf fast jeder einigermaßen prominent bestückten Protestliste.

Wo und wann immer gegen schreiendes Unrecht auf dieser Welt die Stimme erhoben wird – Max Mürbe ist dabei. Wie so mancher, der den Protest auf seine Fahne geschrieben hat, fing Max ganz unten – auf der kommunalen beziehungsweise Kreisebene an.

Nicht lange, und man konnte sicher sein, Mürbes Namen auf jeder besseren Landes-Protestliste zu finden, wo es bereits um höhere Ziele, etwa um die dubiosen Machenschaften reaktionärer Rundfunkräte am Landessender ging.

Einigermaßen zufrieden war Mürbe allerdings erst, als es ihm gelang, auf die Liste derer zu kommen, die seinerzeit gegen die Notstandsgesetze protestieren, hatte er damit doch die Bundesebene erreicht.

Seitdem unterschrieb Mürbe regelmäßig Aufrufe gegen die griechische Junta (sechsmal), gegen den Vietnamkrieg (achtmal), gegen die portugiesische Angola-Politik (zweimal), gegen den sowjetischen Einmarsch in die ČSSR (einmal) und gegen die Behandlung der Juden in Rußland (zweimal), und konnte seinen Namen nicht ohne Stolz gewöhnlich neben dem von Böll, Walser, Enzensberger, Bloch, Henze und anderen zeitgenössischen Berühmtheiten finden, befand sich also – das muß der Neid ihm lassen – in bester Gesellschaft.

Gelegentlich übt er allerdings auch vornehme Zu-

"Ich habe Dich vermißt", sagte ich neulich zu ihm.