Es ist schwer, die Faschisten in Antikommunismus zu übertrumpfen, und nicht leicht, antifaschistische Politik glaubwürdiger zu machen, als Sozialisten und Kommunisten dies tun. Beides haben die italienischen Christdemokraten in den letzten Monaten versucht, um die Polarisierung ihres Landes zu bremsen. Doch selbst die nach Jahren bloßen Geredes begonnenen Sozialreformen haben die angeschlagene Glaubwürdigkeit der unter elf Ministerpäsidenten in über zwei Jahrzehnten verbrauchten Partei nicht mehr so befestigen können, daß ihre labile Regierungskoalition der "linken Mitte" noch Aussicht auf ein langes Leben hätte.

Bei den Regional- und Kommunalwahlen vom letzten Sonntag, die als Test galten und ein Fünftel aller Wähler an die Urnen brachten, hat sich der Protest des Landes vor allem im Mafia-versehrten Sizilien in einem heftigen Rechtsruck kundgetan. Außer der neofaschistischen "Sozialbewegung" können sich darüber eigentlich nur die nicht geschwächten Kommunisten freuen. Wenn die Christdemokraten nun nicht der Versuchung einer Flucht nach rechts erliegen wollen, bleibt ihnen auf längere Sicht nichts übrig, als sich weiter nach links zu bewegen.

In jedem Fall werden die Spannungen in Italien zunehmen. Letzten Endes werden sie sich zur Gewissensfrage an die beiden großen Opponenten, die Kommunisten und die Christdemokraten, zuspitzen. Können sie noch einmal jenen Konsens erneuern, aus dem vor 25 Jahren die antifaschistische Republik erstand? Nur, wenn es ohne falsche Verbrüderung abginge, könnte daraus eine demokratische Stabilität entstehen, ste.