Garantierte Sonnenbräune

Sonne ist im Urlaub am wichtigsten. Man braucht auch Meer und Sandstrand, aber beides ist fragwürdig, wenn sich das Wetter nicht nach den Ferien richtet. Darum haben die Fremdenverkehrsorte an der Nord- und Ostsee, die Badefreuden von den Wetterlaunen unabhängig gemacht. In Hallenschwimmbädern gibt es kein Wetter, sondern eine Badeordnung. Die Wassertemperatur regelt der Thermostat. Nur für Sonne und Sonnenbräune gab es bisher noch keine Garantie. Nun ist auch dies überwunden. Im neuen Ferienpark beim holländischen Fischerdorf Lemmer am Ijsselmeer ging ein alter Menschheitstraum in Erfüllung: Ein Solarium mit zwölf künstlichen Sonnen sorgt zuverlässig für den beliebten Bronzeton der Haut. Die Attestfarbe für Ferienlust ist fürderhin kein Zufall mehr. Der Anfang ist gemacht. Bald werden allerorts die künstlichen Sonnen glühen, und es scheint sich abzuzeichnen, daß die Paradiese am Mittelmeer Anziehungskraft einbüßen. Denn sie haben, umweltverschmutzt wie auch sie inzwischen sind, dem Ferienmenschen kaum mehr zu bieten, als er ohnedies bei sich zu Hause hat: Fernsehfilm, Meerduftzerstäuber, Heimsolarium. Und der größte Vorteil: die Anreise entfällt.

Stippvisite im Ferienland

Dies wäre gewiß nicht das Zeitalter der Düsen und Schallgeschwindigkeiten, wenn der gehetzte Mensch sie nicht zu seiner Erholung nutzte. Warum also zögern, wegen einiger Stunden reiner Badefreuden die Reise in den Süden anzutreten! Die Düsenvögel sind ja so schnell und offenbar unausgelastet, daß sie Tagesurlauber nach Tarragona, Palma, Olbia, Malaga und Burgas tragen (jeweils verschieden: von Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart). Die Flugreise dauert mit Wartezeiten und Transfers hin und zurück kaum sechs Stunden. Und dann kann man sich gut und gern sieben Stunden lang so richtig erholen. Die köstliche Stippvisite im Ferienland kostet knapp 100 Mark. Und sie hat dazu noch den großen Vorteil: Abends liegt man wieder im eigenen Bett. ll

Billig-Flüge

Die großen Luftfahrtgesellschaften haben schon viele Pläne entwickelt, um ihre etwas zu groß geratenen Jumbo-Jets zu füllen. Den verbilligten Gruppentarifen blieb der Erfolg versagt. "Affinitäts-Gruppen" reisten weiterhin mit den noch immer preiswerteren Charter-Jets, auch wenn sie ein bißchen enger zusammenrücken mußten. Jetzt sollen junge Leute und Studenten die leeren Plätze füllen. Pan Am, Sabena und Air France verkaufen preiswerte Jugend-Tickets über den Nordatlantik (zum Beispiel Brüssel–New York–Brüssel: 200 Dollar). Die Lufthansa will folgen. Doch werden die Studenten kommen? Die Billigflieger erfahren erst drei Tage vor dem geplanten Abflug, ob ihr Platz frei ist. e